Rosendahl
Comeback mit Nummer 14

Osterwick. Nach 85 Minuten war der Arbeitstag des Comebackers beendet. Praktisch aus der „kalten Hose“ hatte Pascal Leipelt seine Rückkehr in die A-Liga bestritten, denn an Training ist nicht zu denken. „Ich bin ja während der gesamten Woche in Wolfsburg“, erzählte der Offensivmann, der einst gemeinsam mit Niklas Segbers den Westfalia-Traumsturm gebildet hatte und nun noch an den Wochenenden in der zweiten Mannschaft aushilft. Diesmal aber musste Leipelt von Beginn an ran im Spitzenspiel bei der SG Coesfeld 06 – und bewies, dass er nichts verlernt hat.

Dienstag, 06.03.2018, 08:34 Uhr

Rosendahl: Comeback mit Nummer 14
Sorgte immer wieder für Gefahr mit seinen Diagonalbällen und Standards: Timo Mevenkamp. Foto: az

Kurzfristig ereilte ihn der Anruf des Trainers. Engin Yavuzaslan reagierte, weil Luis Lammers krankheitsbedingt verzichten musste. „Passi ist ja einer von uns“, hatte Yavuzaslan keine Sorge, Leipelt in die Startformation zu stellen. Mehrere Optionen habe es gegeben, weiß der Westfalia-Trainer. „Aber das war für mich die beste Entscheidung, weil Passi ein großes fußballerisches Vermögen hat, gut in die Räume geht und feine Bälle spielt.“

Tatsächlich sorgte Pascal Leipelt für reichlich Unruhe in der Defensive der SG 06 und hatte Pech mit zwei Aluminium-Treffern: Erst landete sein Kopfball in der 23. Minute im hohen Bogen auf der Latte des SG-Gehäuses, dann klatschte ein weiterer Kopfball nach einer Ecke von Timo Mevenkamp am Pfosten. Leipelt, der mit der Nummer 14 des verletzten Spielertrainers aufgelaufen war, ging am Ende leer aus, hatte aber seinen Teil zum letztlich verdienten 2:0-Erfolg der Westfalia durch den späten Doppelpack von Mario Worms geliefert.

Am Seitenrand schien derweil am ersten Tag seit gefühlten Ewigkeiten ohne Eiseskälte prompt der Frühling ausgebrochen zu sein. Von der ersten Minute an tigerte Engin Yavuzaslan im Pullover an der Seitenlinie auf und ab, verzichtete auf jegliche Utensilien wie Mütze oder gar Jacke. Der Vulkan brodelte! „Am liebsten hätte ich auch eine kurze Hose angehabt“, grinste der am Knie verletzte Trainer, der neben dem Platz beinahe so viele Meter machte wie sonst in der Schaltzentrale. Kein Wunder, dass er nach den aufreibenden 94 Minuten durchaus ausgelaugt war: „Ich fühle mich, als hätte ich selbst gespielt.“

Als Zeichen an die Konkurrenz wollte Yavuzaslan diesen wichtigen 2:0-Erfolg bei Verfolger SG 06 nicht verstanden wissen. Vielmehr sei es einfach ein wichtiger Sieg bei einem Gegner gewesen, „wo noch einige Konkurrenten ihre Punkte lassen werden.“ Die nächste Hammeraufgabe warte schon am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten SuS Olfen. Entscheidend sei gewesen, dieses schwere Spiel bei der SG 06 auch ohne ihn auf dem Feld hinzubekommen: „Ich wollte eine echte Mannschaft sehen – das hat geklappt.“

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