Rosendahl
Frisch vermählt! „Sebi“ Graute spielt wie gedopt

Rosendahl: Turbulente Tage für Sebastian Graute! Erst hat er seine Lisa geheiratet, dann war „Sebi“, wie ihn die Osterwicker Mannschaftskameraden rufen, der „Matchwinner“ im Derby gegen Holtwick. „Meine Güte, was ist denn mit dir los“, sagten sie hinterher in der Kabine und hauten dem Kollegen so feste auf die Schultern, dass er fast in die Knie gegangen wäre, „du spielst ja wie gedopt.“

Montag, 19.08.2019, 06:18 Uhr
Rosendahl: Frisch vermählt! „Sebi“ Graute spielt wie gedopt
Am Ende geht Holtwick in die Knie: Tobias Schönnebeck (rechts), das Feierbiest aus Osterwick, beim Zweikampf mit Timo Fedder (links). Leon Eggemann (kleines Foto links) und Sebastian Graute (rechts) freuen sich über den 3:0-Erfolg im Rosendahler Derby. Fotos: Ulrich Hörnemann Foto: az

Jens Frieling, der Co-Trainer, der den urlaubenden Tobias Paschert an der Seitenlinie vertrat, hatte seinen Edeljoker in der 66. Minute für Tobias Lanfers, den Torschützen zur knappen 1:0-Pausenführung (45. Minute), aufs Feld geschickt.

Ein kluger Schachzug von „Jenne“ Frieling! Sebastian Graute war sofort mittendrin statt nur dabei. Elf Minuten nach seiner Einwechslung stand „Sebi“ goldrichtig, als er einen abgeblockten Schuss von Luis Lammers zum 2:0 (77.) veredelte. Auch beim 3:0 (85.) von Leon Eggemann hatte der Mann mit der Nr. 5 seine Füße im Spiel. Mit Rechts passte er die Kugel zu „Egge“, der den Holtwicker Keeper Tobias Gausling ausguckte und ins rechte Eck traf.

Der Dreier war zweifellos verdient. Mario Beeke, der Coach der Hausherren, wollte das gar nicht abstreiten. „In der ersten Hälfte fand ich uns jedoch etwas besser als Osterwick. Da hatten wir unsere Möglichkeiten durch Tom Kuschel, Tobias Kühlkamp, Fabian Schulze Everding und Oliver Abel“, erklärte er, „im zweiten Durchgang konnten wir personell nicht mehr zulegen. Weil wir 0:1 hinten lagen, mussten wir hinten aufmachen. Das ist natürlich höchst gefährlich bei den schnellen Spitzen, die leider auch noch sehr effizient waren.“

Die Osterwicker feierten ausgelassen ihren Prestigeerfolg. Derbies gegen den Rivalen sind immer besondere Momente. „Unverdient ist das 3:0 nicht, vielleicht etwas zu hoch“, meinte Jens Frieling, „in der Anfangsphase hatten wir Pech bei einem Pfostenschuss.“ Tobias Schönnebeck (7.) hatte mit aller Macht ausgeholt, sein Kracher wäre beinahe eingeschlagen. Timo Mevenkamp (22.) versuchte es aus der Distanz, verfehlte allerdings das Ziel. „Zudem“, so Frieling, „hätten wir einen Elfer kriegen können.“ Leon Eggemann (40.) sei mit einer „Textilbremse“ gestoppt worden.

Das 1:0 leitete Luis Lammers ein. Seine Flanke verpasste Leon Eggemann. Tobias Lanfers (45.) sagte Dankeschön und beförderte die Kugel in die Maschen. „Das Tor fiel natürlich zum richtigen Zeitpunkt“, freute sich Frieling, während Kollege Beeke sein Personal wieder aufrichten musste. „Bis dahin“, lobte er den Auftritt, „waren wir aggressiver, galliger und zweikampfstärker.“

Am Ende behauptete sich der Vizemeister gegen den Vorjahresdritten. „Die Favoritenrolle, die uns Mario Beeke zugeschustert hatte, haben wir selbstbewusst angenommen“, betonte Jens Frieling, „so deutlich, wie es das Resultat aussagt, war die Partie aber nicht.“ Das war ihm freilich egal: „Ich bin total zufrieden!“ Mit 33 Jahren, „Jesusalter“, wie er scherzte, feierte er einen Traum-Einstand als Chef am Seitenrand. 7 SW Holwick - Westfalia Osterwick 0:3; Tore: 0:1 Tobias Lanfers (45.), 0:2 Sebastian Graute (77.), 0:3 Leon Eggemann (85.)

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