Rosendahl
Tormaschine sorgt für Angst und Schrecken

Darfeld / Coesfeld. Ihre We-ge kreuzten sich nonstop im Sechzehner. Johannes Gövert, den alle „Jojo“ rufen, und Marius Borgert prallten wie zwei Boxer aufeinander. Maik Quent, Coesfelder Angreifer in Wartestand, da ihn eine gerissene Achillessehne zum Zuschauen verdammt hat, meinte über den bärtigen Darfelder: „Der hat auch drei Stellen auf der Waage.“ Doch das reichte nicht. Noch mal Quent: „Borgert schiebt ihn weg. Einfach so.“

Dienstag, 10.09.2019, 06:40 Uhr
Rosendahl: Tormaschine sorgt für Angst und Schrecken
Ab durch die Mitte: Marius Borgert, der Mann in Blau, versetzt Torwächter Jan-Simon Wilmer (links) und Abwehrspieler Johannes „Jojo“ Gövert (rechts). Fünf Treffer gehen schließlich auf sein Konto. Fotos: Ulrich Hörnemann Foto: az

Das heiße Duell der beiden Kraftbolzen wurde klar von Marius B. gewonnen. „Jojo“ konnte ihn nicht an die Kette legen. Da André Uphaus im Topspiel (2:4) gegen den aktuellen Tabellenführer SG Coesfeld 06 die rote Karte erhalten und als Wiederholungstäter eine vierwöchige Sperre aufgebrummt bekommen hatte, fehlte ihm sein üblicher Nebenmann. Uphaus muss noch zwei Begegnungen aussetzen, Gövert ist auch erst mal weg. „Nächsten Sonntag“, mutmaßte Dirk Bialowons, Ersatzkeeper aus Darfeld, „haben wir gar keine Abwehr mehr.“ Wo, bitteschön, steckt der Gövert denn bloß? „Ich mach’ jetzt Urlaub“, erzählte er nach der 2:5-Pleite gegen den Bezirksliga-Meister und Kreispokalsieger DJK Coesfeld-VBRS, „17 Tage Westküste in den USA.“ Allein nimmt der eisenharte Verteidiger den Flug nicht in Angriff. Den fünffachen Torschützen namens Borgert wird er allerdings nicht mitnehmen auf die lange Reise. „Nein“, stellte er unmissverständlich klar, „ich flieg mit Kati, meiner Freundin.“

Der Ärger über die hohe Abfuhr war bei ihm rasch verraucht. Die Vorfreude auf den US-Trip überwog. Dafür schmollte Markus Lindner, sein sportlicher Vorgesetzter: „Wir sind mit unseren Chancen viel zu fahrlässig umgegangen“, sagte er und dachte an die Hochkaräter von Carsten Daldrup, Florian Feitscher und Marius Röttgering in der zweiten Hälfte. Patrick Grotthoff hatte noch eine Riesenportion Pech, dass er nur den Querbalken getroffen hatte.

Aber in den Chor der Super-Optimisten, die nach den beiden fulminanten Kantersiegen über Lette (11:0) und Buldern (7:0) große Rosinen im Kopf hatten, wollte Lindner zu keiner Zeit einstimmen: „Unser Ziel ist und bleibt auch weiterhin eine Platzierung unter den ersten acht Mannschaften.“

Eine ähnliche Sichtweise verfolgt auch Trainerkollege Denis Koopmann, obwohl es nur noch ein Pünktchen ist bis zum Spitzenduo. „Die Leistung im zweiten Durchgang hat mir gar nicht gefallen“, kritisierte er seine Mannen, „die Räume haben wir schlecht genutzt, die Bälle zu schnell und leichtfertig verloren, so dass es ein Hin- und Her-Gerenne war.“

Auf Marius Borgert war indes Verlass. An vorderster Front sorgte er nonstop für Wirbel. Klug in Szene gesetzt von seinen flotten Nebenleuten, mischte er die gegnerische Abwehr auf, bis sie bei den gefährlichen Konterattacken vollends zerbröselte.

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