Formel 1
Die Lehren aus dem Großen Preis von Italien

Die Formel-1-Fans erleben in Monza ein Spektakel. Allerdings erleidet Ferrari in Italien das nächste Debakel. Die Stimmung vor dem 1000. Grand Prix der Scuderia in Mugello ist im Keller.

Montag, 07.09.2020, 04:47 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 04:50 Uhr
Charles Leclerc vom Team Scuderia Ferrari kommt während des Rennens an die Box.
Charles Leclerc vom Team Scuderia Ferrari kommt während des Rennens an die Box. Foto: Mark Thompson

Monza (dpa) - Im Monza-Chaos ist Pierre Gasly der strahlende Sieger. Ferrari um Unglücksrabe Sebastian Vettel erleben in der Formel 1 das nächste Debakel. Auch Mercedes und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton sind beim Grand Prix von Italien geschlagen.

Das 1000. Rennen der Scuderia kommende Woche in Mugello wird kein Fest.

FERRARI IST EINE LACHNUMMERErstmals seit 1995 erreichte kein Ferrari-Pilot in Monza das Ziel. Das ist in der Ferrari-Heimat eine Schande. Sebastian Vettel muss einem sogar leidtun. Zu allem Unglück explodierten an seinem Ferrari die Bremsleitungen. Charles Leclerc hatte einen heftigen Crash, den er aber zum Glück wohlbehalten überstand. «Wahrscheinlich ist es ein Segen, dass niemand auf den Tribünen war», meinte Vettel über die in Corona-Zeiten leeren Ränge im Autodromo Nazionale di Monza. Nun kommt der Grand Prix in Mugello. Es ist das 1000. Formel-1-Rennen der Scuderia. Wieder ein Heimspiel. Das kann ja was werden. «Man muss realistisch sein, die Erwartungen sind sehr niedrig», warnte Vettel.

GASLY SCHREIBT SEIN EIGENES MÄRCHENPierre Gasly erlebte im Sommer 2019 die Höchststrafe. Red Bull degradierte den Franzosen und schickte ihn für Alex Albon zurück zu Schwesterteam Alpha Tauri, das damals noch Toro Rosso hieß. Gasly hatte daran lange zu knabbern. In Brasilien 2019 raste er dennoch als Zweiter erstmals auf das Podest, nun behielt er im Monza-Chaos den Durchblick und gewann sogar. «Er ist ein echt netter Junge und hat viel Talent», lobte ihn Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, der ab und an Videospiele mit dem Franzosen zockt. Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko denkt «momentan» aber nicht daran, den 24-Jährigen 2021 wieder zu befördern.

MERCEDES HAT SEINEN ANTEIL AN DER ABWECHSLUNGSeit Kimi Räikkönens Formel-1-Sieg im Lotus beim Saisonauftakt 2013 in Australien kam der Grand-Prix-Gewinner in 146 Rennen nacheinander stets von Mercedes, Ferrari oder Red Bull. Diese Serie endete in Monza. Mercedes und Lewis Hamilton mussten sich den verpassten Sieg beim Großen Preis von Italien auch selbst zuschreiben. Hamilton übersah während der Safety-Car-Phase nach Kevin Magnussens unfreiwilligem Stopp an der Boxeneinfahrt zwei Warnschilder, dass die Garagen geschlossen waren. Der Brite stoppte dennoch und musste später eine Zehn-Sekunden-Strafe absitzen. «Ich habe diese Schilder echt nicht gesehen, deshalb übernehme ich die Verantwortung», sagte Hamilton. Mit 47 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas bleibt der Brite dennoch souveräner WM-Spitzenreiter.

© dpa-infocom, dpa:200907-99-456164/2

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