«Disneyland»
Kroatiens Frust nach WM-K.o. gegen deutsche Handballer

Köln (dpa) - Der Ärger der kroatischen Handballer über den WM-K.o. gegen Gastgeber Deutschland war auch am Tag nach der Niederlage noch groß.

Dienstag, 22.01.2019, 15:05 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 15:08 Uhr
Kroatiens Trainer Lino Cervar regte sich über die Schiedsrichter auf.
Kroatiens Trainer Lino Cervar regte sich über die Schiedsrichter auf. Foto: Marius Becker

«Die Schiedsrichter haben sich nicht fair verhalten», hatte Trainer Lino Cervar schon in der Nacht nach dem 21:22 gegen die DHB-Auswahl gewütet. «In 45 Jahren Trainertätigkeit habe ich so etwas noch nicht erlebt. Der olympische Gedanke wurde beschmutzt.» Sein Team habe nicht die gleichen Rechte wie die deutsche Mannschaft gehabt.

Der Weltverband IHF ignorierte die Worte Cervars und veröffentlichte von der Pressekonferenz nach dem Spiel lediglich die Statements von Bundestrainer Christian Prokop, Rückraumspieler Steffen Weinhold und Kroatiens Spieler Zlatko Horvat. Die Tageszeitung «Jutarnji» giftete in einem Kommentar: «Dänen und Deutsche organisieren das Turnier, Dänen pfeifen ein Spiel der Deutschen, das gibt es nicht mal in Disneyland.»

Der Frust bezog sich vor allem auf ein strittiges Offensivfoul der Kroaten, welches die dänischen Schiedsrichter kurz vor Spielende in Köln geahndet hatten. «Wir waren großartig in einem wichtigen Spiel, das in einen Zirkus verwandelt wurde», kommentierte die Tageszeitung «Vecernji». Kroatiens Weltklasse-Spieler Domagoj Duvnjak vom THW Kiel wurde von verschiedenen Medien zudem mit den folgenden Worten zitiert: «Wer immer noch an die Ehrlichkeit auf diesem Spielniveau glaubt, der glaubt auch an die Zahnfee.»

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