Handball: Kommentar
Das deutsche Aus ist selbstverschuldet und logisch

Das Aus der deutschen Mannschaft ist vor allem selbst verschuldet. Denn der große Außenseiter, als der das DHB-Team im TV teils verkauft wurde, war es gerade gegen die Kroaten nicht, schreibt unser Redaktionsmitglied Thomas Rellmann im Kommentar.

Sonntag, 19.01.2020, 20:14 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 20:44 Uhr
Bundestrainer Christian Prokop steht in der Kritik. Foto: dpa
Bundestrainer Christian Prokop steht in der Kritik. Foto: dpa Foto: Robert Michael

Von fünf EM-Partien haben die Deutschen zwei verloren, in zwei weiteren gegen Underdogs zudem enttäuscht. Eine Medaille ist bereits nach der Hälfte der Hauptrunde außer Reichweite. Verletzungen und Absagen hin oder her – das ist letztlich viel zu wenig.

Fabian Wiede oder Steffen Weinhold hätten dem Rückraum gut getan, keine Frage. Aber es wäre viel zu einfach, die Ausfälle vorzuschieben. Denn im Tor, in der Deckung, auf den Außen und auch am Kreis genügte der Kader schon allerhöchsten Ansprüchen. Abgesehen vom Sieg gegen die eher zweitklassigen Weißrussen und der ersten Halbzeit am Samstag war davon wenig zu sehen. Und Bundestrainer Christian Prokop begeht auch Fehler, er findet für viele Fachleute oft nicht den richtigen Ton.

Die anfangs ratlosen Kroaten ließen in beide Richtungen Tempo vermissen. Die DHB-Auswahl, die in dieser Partie keinesfalls der große Außenseiter war, lud sie aber nach glänzender erster Hälfte mehrfach zu einfachsten Gegenstoßtoren ein – völlig unerklärliche Konzentrationsmängel im Aufbau. Gepaart mit einem wechselhaften Defensivvortrag und fehlender Rückraumkonstanz ist der frühe K.o. nur logisch. Aber unnötig.

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