Handball-Bundesliga
THW Kiel feiert zurückhaltend die Rückkehr der Meisterschale

Leere Halle statt voller Rathausplatz: In einer gedämpften Feier in heimischer Arena nehmen die Handballer des THW Kiel die Meisterschale entgegen - mit Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand. «Das war einfach surreal», sagt Kreisläufer Hendrik Pekeler.

Donnerstag, 04.06.2020, 16:07 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 16:10 Uhr
Die THW-Spieler erhielten in Kiel die Meisterschale.
Die THW-Spieler erhielten in Kiel die Meisterschale. Foto: Frank Molter

Kiel (dpa) - Ohne Fans, ohne Sektfontänen, dafür mit Abstand und Schutzmasken. Vor leeren Rängen haben die Handballer des THW Kiel erstmals nach fünf Jahren wieder die Meisterschale in die Luft gereckt.

Wegen der Einschränkungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie mutete die feierliche Ehrung des neuen Handballmeisters etwas bizarr an. «Das war einfach surreal, sich so dafür feiern zu lassen vor einer fast leeren Halle», sagte Nationalspieler Hendrik Pekeler.

Außer der Mannschaft, Betreuern, Vereinsvertretern und Offiziellen waren nur Pressevertreter in der Halle, in die zu den Heimspielen des THW regelmäßig mehr als 10.000 Fans kommen. Die Spieler nahmen auf einem Podest auf Hockern Platz - mit Mund-Nase-Schutz im «Zebra-Look», weißen Handschuhen und Abstand. Der norwegische Rückraumspieler Harald Reinkind war aus Studiengründen nicht dabei. Dafür leuchtete sein Bild von einer LED-Wand.

Die Meisterschale selbst hatte eine Delegation von Vorjahresmeister SG Flensburg-Handewitt im Beisein von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Eckernförde an den THW Kiel übergeben. «Ich freue mich, dass die Schale in Schleswig-Holstein bleibt», sagte Günther, der «seit 35 Jahren THW-Fan ist und die Schale gerne an meinen Lieblingsverein übergibt» im TV-Sender Sky.

Für Filip Jicha gab es am Ende seiner ersten Saison als verantwortlicher Coach gleich doppelt Grund zum Feiern. Der 38-Jährige wurde als Trainer der Saison geehrt, sein Rückraumstar Domagoj Duvnjak als wertvollster Spieler gekürt. Trotz der Umstände sei die Würdigung ihrer Leistung für seine Spieler wichtig gewesen, sagte Jicha. Er hätte gerne weitergespielt, auch die Champions League und den Pokal: «Ich habe diese Lust und Laune gespürt. Ich sage nicht, dass wir das Triple geholt hätten, aber es war viel mehr Freude drin.» Seine Mannschaft sei vor dem Saisonabbruch wirklich gut drauf gewesen.

Am 21. April hatte die große Mehrheit der 36 Clubs aus der 1. und 2. Bundesliga entschieden, die Saison wegen der Corona-Krise abzubrechen. Zum Meister wurde nach 26 Spieltagen Tabellenführer THW Kiel erklärt. Erstmals seit fünf Jahren haben die Norddeutschen damit wieder den Titel gewonnen. Der Meister der beiden Vorjahre, die SG Flensburg-Handewitt, wurde Zweiter.

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