«Inspiration Games»
Innovative Leichtathletik-Show an sieben Schauplätzen

Zentrum Zürich, Weltklasse in sieben Städten, Dreikämpfe in acht Disziplinen: 28 Top-Leichtathleten sind am Donnerstag bei den «Inspiration Games» auf zwei Kontinenten am Start. Eine große Herausforderung - aber auch eine Chance in Corona-Zeiten.

Mittwoch, 08.07.2020, 11:12 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 11:16 Uhr
Geht auch bei den «Inspiration Games» an den Start: Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks.
Geht auch bei den «Inspiration Games» an den Start: Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks. Foto: Tom Weller

Zürich (dpa) - Schnell, stark, sicher, synchron: Die «Inspiration Games» mit der Schaltzentrale Zürich könnten für die Leichtathletik ein globales Wettkampfmodell mit Zukunftspotenzial sein.

Am Donnerstagabend (20.00 bis 21.30 Uhr/MESZ) starten 28 Top-Athleten auf zwei Kontinenten, in vier Zeitzonen und acht Disziplinen an sieben Schauplätzen - live und zeitgleich. Für die Organisatoren im Zürcher Letzigrund, das Schweizer Fernsehen und Swiss Timing ist dieses innovative Format in Corona-Zeiten eine große Herausforderung.

Anders als am 11. Juni im Osloer Bislett-Stadion dürfen diesmal 300 Zuschauer im traditionsreichen Letzigrund dabei sein. «Der Unterschied zu den Impossible Games in Oslo ist, dass wir alles live machen! Es gibt keine zeitversetzten Disziplinen», sagte Co-Meetingdirektor Andreas Hediger der Deutschen Presse-Agentur. «Bei uns gibt es in jedem Stadion Interaktion mit Fans und Zuschauern - so bringen wir die Emotionen sehr nahe heran.»

Sicherheit hat Vorfahrt! «Wir erfüllen an jedem Standort die dortigen Auflagen in punkto Covid-19», erläuterte Meeting-Macher Hediger. «Diese sind sehr unterschiedlich und gehen von Gesichtsmasken-Tragepflicht für alle außer den Athleten bis zum Führen von Registrierungslisten und dem Fiebermessen am Stadioneingang.»

In jeweils vier Frauen- und Männerdisziplinen treten Dreierteams an, Fernsehen und Swiss Timing sorgen für synchronisierte Bilder, Daten und Zeiten. Der Starter schießt in Zürich, die weiteren Laufwettbewerbe finden in Walnut (Kalifornien), Bradenton (Florida) und Papendal/Arnheim in den Niederlanden statt. Auch in Karlstad (Schweden) und Lissabon geht es rund - und Stabhochspringer Valentin Lavillenie schwingt sich auf der heimischen Gartenanlage seines Bruders Renaud im französischen Aubière in die Lüfte.

Auch die erfahrenen Spezialisten von Swiss Timing betreten Neuland. «Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Das ist eine kleine Revolution in der modernen Zeitmessung. So etwas wurde noch nie gemacht!», sagte Geschäftsführer Alain Zobrist der dpa.

Seiner Meinung nach könnten die «Inspiration Games» ein Modell und eine Inspiration für neue Formate oder Events im Sport sein. «Jede Krise bietet ja immer auch eine Chance. Und nicht nur in der Leichtathletik! Ich denke, dass diese Möglichkeit, sich international auf Top-Niveau zu messen - ohne reisen zu müssen -, sicherlich auch für andere Sportarten attraktiv ist», meinte Zobrist und nannte als Beispiele Schwimmen oder Bahnradsport.

Warum fehlen die deutsche Asse um Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo? Hediger erklärt das: «Leider war Malaika einfach nicht verfügbar, deshalb war der Frauen-Weitsprung für uns gestorben. Und Wurfdisziplinen passten einfach nicht ins Konzept.»

Sportlich ist das Multi-Arena-Event ein 90-Minuten-Highlight: Beim Dreikampf der Stabhochspringer hebt Weltmeister Sam Kendricks (USA) in Bradenton ab. Für den am Daumen verletzten Ex-Weltrekordhalter Renaud Lavillenie springt Bruder Valentin ein; der WM-Dritte Piotr Lisek aus Polen tritt in Karlstad an. Nach Angaben der Veranstalter vereinen die 28 Top-Athleten insgesamt 27 Olympia-, 62 WM- und 36 EM-Medaillen auf sich.

Unter ihnen ist auch die erfolgreichste Athletin in der Geschichte von Leichtathletik-Weltmeisterschaften: Allyson Felix. Die Amerikanerin startet in Walnut über 150 Meter und in der Staffel über 3 x 100 Meter. «Dieses neue Format wird den Fans hoffentlich etwas Spaß machen, um sich in einer für alle wirklich schwierigen Zeit darauf freuen zu können», sagte die 34-Jährige, die als erste Leichtathletin zwölf goldene WM-Medaillen gewonnen hat.

© dpa-infocom, dpa:200708-99-714851/2

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