Fußball
Platini kämpft vor dem CAS um seine Zukunft

Michel Platinis ursprüngliche Lebensplanung sah eigentlich vor, Joseph Blatter als FIFA-Präsident zu beerben. Nun kämpft er um seine Zukunft im Fußball. Der CAS verhandelt am Freitag den Einspruch des UEFA-Chefs gegen die sechsjährige Sperre.

Donnerstag, 28.04.2016, 14:28 Uhr

Michel Platini zieht vor den CAS.
Michel Platini zieht vor den CAS. Foto: Walter Bieri

Lausanne (dpa) - Ende der sportpolitischen Karriere oder doch Rückkehr auf den UEFA-Thron? Wenn am Freitag der Internationale Sportgerichtshof CAS  seine Pforten im Chateau de Béthusy öffnet, steht für Michel Platini alles auf dem Spiel.

Sollte der frühere Weltklasse-Fußballer mit seinem Einspruch gegen die sechsjährige Sperre durch die FIFA-Ethikkommission scheitern, stünde der Franzose endgültig vor den Scherben seiner Funktionärslaufbahn und die Europäische Fußball-Union UEFA müsste sich vor der am 10. Juni beginnenden Europameisterschaft einen neuen Präsidenten suchen.

«Jetzt muss die Wahrheit auf den Tisch kommen und Gerechtigkeit gesprochen werden», sagte Platini gegenüber italienischen Medien und ergänzte: «Sie hindern mich daran zu arbeiten und mich um den Fußball zu kümmern. Sie haben mir all das genommen, was ich in meinem Leben gemacht und aufgebaut habe.»

Bei der Anhörung wird pikanterweise jener Mann im Zeugenstand auftauchen, den Platini als mächtigsten Mann des Fußballs beerben wollte: Joseph Blatter . Einst war Platini der Ziehsohn des langjährigen FIFA-Bosses, bevor es zum Machtkampf der Fußball-Granden kam. Am Ende stürzten beide über eine dubiose Zahlung in Höhe von zwei Millionen Franken von Blatter an Platini im Jahre 2011 und wurden für sechs Jahre wegen Verstoßes gegen den Ethikcode gesperrt.

Beide haben vor dem CAS Einspruch eingelegt. Blatters Fall wird zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt. Die Causa Platini drängt. In gut eineinhalb Monaten beginnt die Euro 2016. In Frankreich, der Heimat Platinis. Und die UEFA steht derzeit führungslos da, nachdem der bisherige Generalsekretär Gianni Infantino Ende Februar zum Blatter-Nachfolger bei der FIFA gekürt worden war.

Es gebe kein genaues Datum für das Urteil, teilte der CAS mit. Platinis Anwalt Thibaut d'Ales hofft jedoch, dass vor EM-Beginn Klarheit herrscht. Er ist zuversichtlich, dass sein Mandant diesmal Recht bekommt.

Unter den Zeugen ist neben Blatter auch Jacques Lambert, Präsident des EM-Organisationskomitee 2016 und WM-Direktor von 1998. Er soll bezeugen, dass die Geldzahlung tatsächlich für Beratertätigkeiten von Platini von 1998 bis 2002 gewesen sei. Auch der interimsmäßige FIFA-Generalsekretär Markus Kattner soll gehört werden.

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