Issinbajewas Rückzug
Schljachtin bleibt Chef von Russlands Leichtathleten

Russland will nach massiven Doping-Vorwürfen Reformen einleiten. Der Leichtathletikverband setzt dabei auf personelle Kontinuität. Einen Generalverdacht gegen russische Sportler weist Moskau weiter zurück.

Freitag, 09.12.2016, 14:02 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.12.2016, 13:59 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.12.2016, 14:02 Uhr
Dmitri Schljachtin ist der Präsident des russischen Leichtathletik-Verbandes.
Dmitri Schljachtin ist der Präsident des russischen Leichtathletik-Verbandes. Foto: Sergei Chirikov

Moskau (dpa) - Der Sportfunktionär Dmitri Schljachtin ist als Chef des vom Dopingskandal schwer angeschlagenen russischen Leichtathletik-Verbands (WFLA) wiedergewählt worden.

Zuvor hatte Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa ihre Kandidatur überraschend zurückgezogen und sich für Schljachtin ausgesprochen. Er sehe es als seine Hauptaufgabe, das Vertrauen in die russische Leichtathletik wiederherzustellen, sagte der 49-Jährige. Außer Schljachtin, dem früheren Sportminister des Wolga-Gebietes Samara, hatten sich zwei weitere Interessenten um das Amt beworben.

Issinbajewa hatte ihren Rückzieher mit ihrer Wahl zur Aufsichtsratsvorsitzenden der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada am vergangenen Mittwoch begründet. Ihre Ernennung war auf Kritik gestoßen, weil die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA nicht konsultiert wurde. Issinbajewa kündigte baldige Gespräche mit der WADA an.

Zwar empfinde sie die Doping-Kollektivstrafe gegen russische Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro immer noch als Kränkung. «Aber ich vertrete mein Land jetzt in der Rusada und bin überzeugt, dass alle Probleme gelöst werden können», sagte sie. Am Donnerstag war Issinbajewa auch in das Exekutivkomitee des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) Russlands gewählt worden.

Ihre Kandidatur für den WFLA-Vorsitz war in Russland umstritten. Issinbajewa verfüge als Funktionärin kaum über internationale Kontakte, meinten Sportexperten. Hingegen galt Vizeregierungschef Witali Mutko als einflussreicher Unterstützer ihrer Bewerbung.

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