Vermarktungsgewinne
Deutsche Athletenvertreter beim IOC - Solidarmodell

Die deutschen Athleten wollen direkt von den Vermarktungsgewinnen des Internationalen Olympischen Komitees profitieren. Bei einem Treffen mit IOC-Präsident Thomas Bach wurde keine Hoffnung auf Erfüllung der Forderung geweckt. Der Dialog soll aber fortgesetzt werden.

Mittwoch, 19.09.2018, 19:42 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 19:39 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.09.2018, 19:42 Uhr
Vermarktungsgewinne: Deutsche Athletenvertreter beim IOC - Solidarmodell
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Lausanne (dpa) - DOSB-Athletensprecher Max Hartung ist mit Zuversicht aus dem Treffen beim Internationalen Olympischen Komitee in Lausanne gekommen, bei dem er mit seinen Mitstreiterin die Forderung auf direkte Beteiligung der Athleten an den Vermarktungseinnahmen des IOC präsentierte.

«Wir haben unseren Standpunkt deutlich gemacht», sagte der Säbelfechter. «Ich bin mit dem Gespräch zufrieden. So blauäugig waren wir nicht, dass wir mit einen Handschlag rausgehen würden». Man habe aber vereinbart, im Dialog zu bleiben.

Anlass war ein Offener Brief der deutschen Sportler an das IOC, in dem sie den Anspruch reklamiert haben, dass die an den Spielen teilnehmenden Athleten an den Vermarktungsgewinnen des IOC direkt beteiligt werden. Sie forderten konkret eine Ausschüttung von 25 Prozent des Gesamtgewinns, der in der Olympiade von 2013 bis 2016 mit Erlösen von 5,7 Milliarden Dollar beziffert wurde.

«Wir haben mit dem IOC vereinbart, dass wir zusammen mit den internationalen Athletenvertretungen einen Plan entwickeln, wie eine direkte finanzielle Beteiligung des Sport ermöglicht werden kann», erklärte Hartung.

In der Sitzung, an der auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Kersty Coventry als Vorsitzende der IOC-Athletenkommission teilnahmen, warb hingegen das IOC für sein aktuelles Solidarmodell. «Das Solidarmodell ist ein nicht am Profit ausgerichtetes Modell, sondern ein werteorientiertes Modell», hieß es in der IOC-Mitteilung. «Wäre wirtschaftlicher Profit der Maßstab, würde es beispielsweise nicht möglich sein, alle derzeitigen olympischen Sportarten im Programm der Olympischen Spiele zu haben.» Zudem würden 90 Prozent der Einnahmen in das Solidarmodell zur Organisation der Spiele sowie zur Unterstützung der 206 Nationalen Olympischen Komitees fließen.

Jedes NOK entscheide eigenständig, wie die Mittel am besten genutzt werden. «In Deutschland sorgt der DOSB dafür, dass das Team Deutschland und die deutschen Athleten die bestmöglichen Bedingungen in der Vorbereitung auf und bei den Olympischen Spielen haben», erklärte das IOC. Sie sollen aber ein Plan

«Wir hatten einen sehr wertvollen Austausch. Alle Beteiligten waren sich einig darüber, dass es von fundamentaler Bedeutung ist, dass Athleten in aller Welt unterstützt werden», sagte Coventry. Abhängig vom jeweiligen Land werde es immer unterschiedliche Auffassungen darüber geben, wie diese Unterstützung am besten gestaltet werden sollte. «Sie sollte in jedem Fall so effektiv wie möglich sein. Beim Finanzierungsmodell sollten Fairness und Universalität im Mittelpunkt stehen, insbesondere um der Mehrheit von Athleten von kleineren NOKs zu helfen, die weniger finanzielle Mittel haben», sagte sie.

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