Gianni Infantino
FIFA-Chef zu Protesten für Floyd: Applaus, keine Strafe

Zürich (dpa) - FIFA-Präsident Gianni Infantino würde die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd protestierenden Bundesliga-Profis um den Schalker Weston McKennie nicht bestrafen.

Dienstag, 02.06.2020, 22:07 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 22:10 Uhr
Gianni Infantino begrüßt die Protestaktionen einige Bundesliga-Profis.
Gianni Infantino begrüßt die Protestaktionen einige Bundesliga-Profis. Foto: Sebastian Gollnow

«Um Zweifel zu vermeiden: In einem FIFA-Wettbewerb würden die jüngsten Demonstrationen von Spielern in der Bundesliga einen Applaus verdienen und keine Bestrafung», erklärte der 50 Jahre alte Chef des Fußball-Weltverbandes in einer Mitteilung. «Wir alle müssen Nein zu Rassismus und jeglicher Form von Diskriminierung sagen. Wir alle müssen Nein zu Gewalt sagen. Jeder Form von Gewalt.»

Am Wochenende hatten Profis in Partien der Fußball-Bundesliga mit Aktionen auf den Tod von Floyd aufmerksam gemacht, der vergangene Woche infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in Minneapolis ums Leben gekommen war. Weston McKennie von Schalke 04 zeigte Empörung und Anteilnahme auf einer Armbinde, Mönchengladbachs Marcus Thuram ging symbolisch in die Knie, die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi forderten auf T-Shirts «Justice for George Floyd» (Gerechtigkeit für George Floyd).

Den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes zufolge sind solche Aktionen untersagt. Der DFB kündigte an, dass sich der Kontrollausschuss damit befassen werde. «Ob es in den vorliegenden Fällen zu Sanktionen kommen muss, bleibt abzuwarten», sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Bei der Überprüfung durch den Kontrollausschuss gehe es darum «festzustellen, ob das Spiel und das Spielfeld der richtige Ort für diese Handlungen sind».

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