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Mehr als halbe Milliarde Europapokal-Rabatt für Sender

Nyon (dpa) - Die Folgen der Coronavirus-Pandemie kosten den europäischen Fußball alleine an Fernseh-Übertragungsgeldern aus dem Europapokal mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Dienstag, 08.09.2020, 16:27 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 16:30 Uhr
Vorsitzender der Europäischen Clubvereinigung ECA: Andrea Agnelli.
Vorsitzender der Europäischen Clubvereinigung ECA: Andrea Agnelli. Foto: Salvatore Di Nolfi

Die Europäische Fußball-Union UEFA zahle wegen der Unterbrechung von Champions League und Europa League 575 Millionen Euro an die übertragenden Sender zurück, sagte Andrea Agnelli, Vorsitzender der Europäischen Clubvereinigung ECA . «Das ist alles Geld, das nicht verteilt werden wird», betonte der Vereinschef von Juventus Turin bei seiner Rede an 250 Mitglieder der ECA-Generalversammlung. Es blieb zunächst unklar, ob die Rabatte für die Rechteinhaber aus den Einnahmen der Clubs oder auch aus denen der UEFA kommen.

Agnelli prophezeite weitere deutliche finanzielle Auswirkungen für die europäischen Vereine aufgrund der Pandemie. Aus diesem Grund sollten auch Überlegungen, wie und ob die Champions League nach dem aktuellen Zyklus bis 2024 zu reformieren sei, bis nach der kommenden Saison zurückgestellt werden. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte zuletzt erklärt, dass er sich eine dauerhafte Einführung von Finalturnieren vorstellen könne. «Wir sollten erst später die Situation analysieren», sagte Agnelli dazu. Bis zum Juni 2021 könne man grundsätzlich nur mit kurzfristigen Zielen arbeiten.

Bereits zuvor war die ECA davon ausgegangen, dass die Einnahmen bis nach der Saison 2020/2021 um vier Milliarden Euro sinken würden. Alle Vereine hätten das Problem, dass sie vor fast leeren Zuschauerrängen spielen müssten, sagte der ECA-Chef. «Es ist nicht nur die Atmosphäre, die der Sport schafft, sondern auch der komplette Verlust einer sehr wichtigen Quelle von Einnahmen für jeden.»

Agnelli rechnet auch damit, dass die Gelder aus Sponsorendeals wie beispielsweise für Trikotwerbung sinken. «Wir sind nicht in der Position, das zu liefern, was wir versprochen haben», sagte der 44 Jahre alte Italiener. «Ich bin ziemlich sicher, dass wir Rabatte sehen werden.» Der Transfermarkt werde zwischen 20 bis 30 Prozent einbrechen, erwartete Agnelli. Dabei seien besonders mittlerere und kleine Vereine betroffen. «Topspieler werden ihren Wert nicht verlieren», sagte Agnelli.

© dpa-infocom, dpa:200908-99-476461/3

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