Bekämpfung von Doping im Sport
Anti-Doping-Gesetz soll um Kronzeugenregelung ergänzt werden

Berlin (dpa) - Das Anti-Doping-Gesetz soll um eine Kronzeugenregelung ergänzt werden. Damit soll Sportlern ein «sichtbarer Anreiz» geschaffen werden, Informationen über Hintermänner und kriminelle Netzwerke preiszugeben.

Dienstag, 01.12.2020, 17:08 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 17:10 Uhr
Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.
Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. Foto: Britta Pedersen

Diese Empfehlung wird im Entwurf eines Evaluierungsberichts der Bundesregierung zu den Auswirkungen der im Anti-Doping-Gesetz enthaltenen straf- und strafverfahrensrechtlichen Regelungen gegeben. Damit solle eine effektivere Strafverfolgung ermöglicht werden. Die Bundesregierung soll sich in der Sitzung des Bundeskabinetts am 2. Dezember mit dem Bericht befassen.

«Eine solche zusätzliche und spezifische Kronzeugenregelung würde ein besonderes Signal setzen und Sportlerinnen und Sportlern klarer als bisher aufzeigen, dass sie mit ihrer Aussage Vorteile im eigenen Strafverfahren erlangen können», heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Evaluierungsbericht, den die Bundesministerien des Innern, für Gesundheit und für Justiz gemeinsam vorlegen. Das Gesetz zur Bekämpfung von Doping im Sport war im Dezember 2015 in Kraft getreten.

Außerdem wird darin den Sportverbänden empfohlen zu prüfen, inwieweit Athleten stärker über die Existenz und Funktionsweise der Hinweisgebersysteme der Nationalen Anti-Doping-Agentur und der Welt-Anti-Doping-Agentur informiert werden könnten. Zugleich wird den dafür zuständigen Bundesländern die Einrichtung von weiteren Schwerpunktstaatsanwaltschaften Doping angeraten. Bislang gibt es sie bereits in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

«Die Kronzeugenregelung hat sich auch bei Ermittlungen im Betäubungsmittel-Bereich bewährt, deshalb halte ich sie auch im Bereich des Dopings im Sport für wichtig», sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwochausgabe). Nur so sei ein wirksamer Kampf gegen Doping-Netzwerke und Kartelle möglich. «Ansonsten können wir in diese Strukturen nicht eindringen», erklärte die SPD-Politikerin. «Die Ermittler brauchen die Informationen von Insidern, die mit drinstecken, aber nicht länger Teil des kriminellen Doping-Systems sein wollen.»

© dpa-infocom, dpa:201201-99-533818/2

Nachrichten-Ticker