Wegen Corona-Pandemie
DOSB-Chef Hörmann: Ungleichgewicht bei Dopingkontrollen

Frankfurt/Main (dpa) - DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat sich besorgt über weltweit unterschiedliche Voraussetzungen im Anti-Doping-Kampf vor Olympia in Tokio durch die Corona-Pandemie geäußert.

Sonntag, 11.04.2021, 07:12 Uhr aktualisiert: 11.04.2021, 07:14 Uhr
Ist besorgt über unterschiedliche Voraussetzungen im Anti-Doping-Kampf wegen der Corona-Pandemie: DOSB-Boss Alfons Hörmann.
Ist besorgt über unterschiedliche Voraussetzungen im Anti-Doping-Kampf wegen der Corona-Pandemie: DOSB-Boss Alfons Hörmann. Foto: Frank Rumpenhorst

«Das internationale Ungleichgewicht der Dopingkontrollen generell ist wohl während der Pandemie nochmals größer als in den Jahren zuvor», sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds der «Welt am Sonntag». «Darum lautet unsere Botschaft an unsere Athleten: Fliegt nach Tokio und gebt euer Bestes. Wir wollen keinen Erfolg um jeden Preis. Wir wollen lieber die Fairplay-Medaille als einen Top-Platz im Medaillenspiegel.»

Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl hatte zuletzt eine Quarantäne bei Spitzensportlern, die mit dem Coronavirus infiziert sind, als das «allerbeste Alibi zum Betrügen» bezeichnet. Die Nationale-Anti-Doping-Agentur Nada bestätigte, dass Dopingtests während einer behördlich angeordneten Quarantäne ausgesetzt seien. Sie nutze in diesen Fällen jedoch weitere Möglichkeiten, um auch den Zeitraum ohne herkömmliche Kontrollen genau zu untersuchen, sagte eine Nada-Sprecherin.

DOSB-Chef Hörmann erklärte auf die Frage nach zahlreichen Weltrekorden gerade in Laufdisziplinen, dass vielen Spekulationen und Interpretationen «Tür und Tor geöffnet» seien. «Dass in einigen Ländern und auch Kontinenten mit solchen Möglichkeiten lockerer umgegangen wird, ist zu erwarten», sagte der 60-Jährige.

© dpa-infocom, dpa:210411-99-157982/2

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