«Biederes Handwerk» bei Adlern
Überragender Kobayashi siegt weiter

Erst als fünfter Skispringer überhaupt gewinnt Ryoyu Kobayashi sechs Weltcups am Stück. Am Sonntag kann er sich alleine an die Spitze setzen. Die DSV-Adler verpassen ohne Eisenbichler das Podest.

Samstag, 12.01.2019, 18:15 Uhr aktualisiert: 12.01.2019, 18:18 Uhr
Ryoyu Kobayashi aus Japan jubelt über seinen Sieg beim Weltcup in Predazzo.
Ryoyu Kobayashi aus Japan jubelt über seinen Sieg beim Weltcup in Predazzo. Foto: Daniel Karmann

Predazzo (dpa) - Bei den Rekordangriffen von Überflieger Ryoyu Kobayashi sind die DSV-Adler derzeit nur Zuschauer. 

Der japanische Dauersieger hat in Predazzo mit Flügen auf 135 und 136 Meter nicht nur seinen sechsten Sieg in Serie eingefahren, sondern auch den über 15 Jahre alten Schanzenrekord des Polen Adam Malysz eingestellt.

«Eigentlich war ich zufrieden, bis der Letzte kam», sagte Stephan Leyhe, der zwar als bester Deutscher auf Rang fünf landete, umgerechnet aber etwa 22 Meter in zwei Sprüngen auf Kobayashi verlor. «Einer sticht halt raus», lobte Leyhe. Schon bei der Tournee mussten sich die Deutschen Kobayashi geschlagen geben und zusehen, wie dieser als dritter Adler nach Sven Hannawald 2002 und Kamil Stoch 2018 den Vierfachsieg beim Traditionsevent einfuhr.

Ohne den wegen eines zu großen Anzugs in der Qualifikation ausgeschlossenen Markus Eisenbichler fehlte dem DSV-Team knapp eine Woche nach der Tournee die nötige Substanz für einen Podestplatz. «Das ist biederes  Handwerk, aber ich möchte niemanden beleidigen», sagte Bundestrainer Werner Schuster schon nach dem ersten Durchgang über die Leistungen seiner Athleten. Der Hesse Leyhe, immerhin Tourneedritter hinter Kobayashi und Eisenbichler, ist derzeit der Konstanteste. «Fünfter Platz ist in einer guten Range. Ich werde ihn nicht hindern, noch weiter nach vorne zu kommen», sagte Schuster.

Am Sonntag (17.00 Uhr) greifen die DSV-Adler beim zweiten Einzel auf der WM-Schanze von 2013 wieder nach den Podestplätzen, Kobayashi kann derweil einen weiteren Superlativ schaffen. Noch nie hat ein Skispringer sieben Weltcups am Stück gewonnen, dem Japaner aus der Präfektur Iwate könnte nun dieses Kunststück gelingen. «So lange er sich nicht verletzt, muss da schon viel passieren», sagte Richard Freitag, der diesmal Rang 17 belegte, im ZDF. In der Tat fiel der jubelnde Kobayashi nach seinem 136-Meter-Flug im Auslauf kurz hin, es war aber nicht mehr als ein kurzer Schockmoment.

Anders als Hannawald vor 17 Jahren und Stoch im Vorjahr gewann Kobayashi nun sowohl das erste Springen vor als auch den ersten Wettbewerb nach der Tournee. «Wenn's läuft, dann läuft's», konstatierte Schuster. In Predazzo war die Konkurrenz am Samstag in beiden Durchgängen komplett chancenlos.

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