Ski-Männer müssen nachsitzen
Schnee-Chaos prägt Alpin-Wochenende: Riesenslalom verschoben

Heftige Wintereinbrüche haben das alpine Ski-Programm durcheinander gewirbelt. Während die Damen in St. Moritz gar nicht fahren konnten, müssen die Herren in Santa Caterina einen Tag länger bleiben. Die Laune ließen sich Schmid, Luitz und Co. nicht verderben.

Sonntag, 06.12.2020, 12:02 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 12:06 Uhr
Die Siegerehrung nach dem ersten Riesenslalom war schon von starkem Schneefall begleitet.
Die Siegerehrung nach dem ersten Riesenslalom war schon von starkem Schneefall begleitet. Foto: Alessandro Trovati

Santa Caterina Valfurva (dpa) - Kopf in den Schnee, Beine in die Höh! Mit einem Instagram-Schnappschuss blödelten die deutschen Skirennfahrer ihren Ärger über die Planänderung in Santa Caterina einfach weg.

Weil der zweite Riesenslalom in den italienischen Alpen am Sonntag nach heftigen Schneefällen um 24 Stunden verschoben wurde, müssen Stefan Luitz, Alexander Schmid und Julian Rauchfuß für ihre zweite Chance auf Spitzenplätze einen Tag länger bleiben. Nach dem ersten Rennen am Samstag mit Rang elf durch Schmid und einem Ausfall im Finale von Luitz trauen sich die beiden Techniker im DSV-Team die Top Ten am Montag absolut zu - wenn denn das Wetter mitspielt.

Der alpine Saisonauftakt war vor allem durch die Corona-Umstände samt Dauer-Testungen und der Sorge vor Quarantäne-Folgen geprägt, nun grätscht ein altbekannter Unsicherheitsfaktor rein: der Winter. Wegen des vielen Neuschnees sei die Sicherheit in der Gemeinde Valfurva nicht zu gewährleisten gewesen, hieß es am Sonntag. Den Damen in St. Moritz wurden gleich beide Super-G am Wochenende gestrichen.

Im Schweizer Engadin setzten die Behörden eine Lawinenwarnung ab, der Luxus-Skiort sperrte daraufhin alle seine Pisten. «Das hat natürlich oberste Priorität, da brauchen wir gar nicht zu diskutieren», sagte der Damen-Rennchef Peter Gerdol. Angesichts der privilegierten Situation, trotz Corona noch Wettkämpfe betreiben zu dürfen, klagten die Betroffenen nicht über die Absagen. «Wir leben in den Bergen und arbeiten jeden Tag mit dem Schnee. So etwas kann passieren, die Sicherheit hat Priorität», sagte Gerdol. «Kein Problem.»

Die Unwägbarkeiten einer Freiluftsportart hatten schon am Samstag die deutschen Männer im ersten Riesenslalom von Santa Caterina erlebt. Bei heftigem Schneetreiben fanden sie den Weg in die Top Ten nicht.

Während Schmid mit einem elften Platz zufrieden war, ärgerte sich Luitz (28) über den Ausfall im Finale. Der Allgäuer war bei einem Rechtsschwung weggerutscht und hatte dann keine Chance mehr, sich im Kurs zu halten. Immerhin vermied er einen gröberen Sturz und eine Verletzung. «Schade», sagte Bundestrainer Christian Schwaiger zum Ausfall, «da ist ihm ein dummer Fehler passiert. Aber man muss riskieren, um nach vorne zu kommen. Nur so kommt man voran.»

Schmid (26) war mit dem Selbstvertrauen eines dritten Rangs im Parallel-Event von Lech/Zürs angereist und wertete Platz elf beim Überraschungssieg des Kroaten Filip Zubcic als Schritt in die richtige Richtung. «Mein Ziel sind die Top Ten, dem komme ich immer näher. Es fehlt nicht viel. Ich muss mit dem elften Platz super zufrieden sein und das bin ich auch», sagte er in der ARD.

Und die Laune im kleinen Team des Deutschen Skiverbands (DSV) schien prächtig vor dem Riesenslalom am Montag (10.00/13.00 Uhr/BR). Weil sie kein Rennen zu fahren hatten, hockten sich Schmid, Luitz und Rauchfuß am Sonntag für ein Jux-Video in die Schaufel eines kleinen Radladers. Das Grinsen hinter den Masken war nicht zu übersehen.

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