Instrument der Versöhnung
Raubkunst? Stiftung will 100 000 Euro für Geige zahlen

Bis heute gibt es keine Hinweise, ob eine wertvolle Guarneri-Geige der Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung Raubkunst ist oder nicht. Dennoch will die Stiftung eine Ausgleichzahlung an die Erben des jüdischen Instrumentenhändlers Felix Hildesheimer aus Speyer.

Freitag, 09.12.2016, 12:42 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.12.2016, 12:40 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.12.2016, 12:42 Uhr
Giuseppe Guarneri baute diese Geige im Jahr 1706.
Giuseppe Guarneri baute diese Geige im Jahr 1706. Foto: Elke Richter

Nürnberg (dpa) - Nach einer entsprechenden Empfehlung will eine Nürnberger Stiftung 100 000 Euro an die Erben des früheren Besitzers einer möglicherweise von den Nazis geraubten wertvollen Geige zahlen.

Die Frank Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung teilte am Freitag in Nürnberg mit, sie werde alles daran setzen, die Summe aufzubringen.

Das Instrument des italienischen Geigenbaumeisters Giuseppe Guarneri hatte dem jüdischen Instrumentenhändler Felix Hildesheimer aus Speyer gehört. Er und seine Familie seien durch die rassistische Verfolgung während des Nationalsozialismus in den Tod beziehungsweise in die Emigration getrieben worden, hieß es vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. Daher hätten die Erben Hildesheimers Anspruch auf Entschädigung. Die beratende Kommission hatte einen Ausgleich von 100 000 Euro vorgeschlagen.

Trotz intensivster Nachforschungen gebe es bis heute keine Belege dafür, dass die Geige tatsächlich Raubkunst sei, teilte die Stiftung mit. Dennoch wolle sie der Empfehlung der Kommission folgen. Damit sei die Hoffnung verbunden, die Geige als Instrument der Versöhnung dauerhaft hochbegabten Musikstudenten der Hochschule für Musik in Nürnberg zur Verfügung zu stellen. Die Stiftung hatte großen Rechercheaufwand betrieben, um die Erben zu finden

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