Museen des Landschaftsverbandes sind mit Hygieneauflagen wieder geöffnet
Mit Mundschutz zu August Macke

Münster -

Endlich wieder in eine Ausstellung: Unter strengen Auflagen an Hygiene und Gesundheitsschutz dürfen die Museen wieder Besucher empfangen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe erläutert, wie das funktioniert

Montag, 04.05.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 18:12 Uhr
Das Westfälische Landesmuseum in Münster
Das Westfälische Landesmuseum in Münster Foto: LWL

„Der Mensch braucht mehr als Nudeln und Klopapier!“ Wer würde Matthias Löb, dem Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, da widersprechen? Gemeinsam mit Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger konnte Löb gestern die gute Nachricht verkünden, dass die Museen des LWL zum größten Teil wieder öffnen dürfen und ihren Besuchern per Plakat signalisieren: „Schön, dass Sie da sind!“

Angesichts der Corona-Gefahren ist das natürlich kein einfaches Unterfangen. Das Allerwichtigste sei „der Abstand und der Mund-Nasen-Schutz“, den die Museumsbesucher tragen müssen, betonte Barbara Rüschoff-Parzinger. Manche Museen hätten in der Vorbereitungszeit schon eigene originelle Masken entwickelt, und je nach Situation der einzelnen Museen und ihrer Shops hofft sie darauf, sie dort irgendwann einmal kaufen zu können – momentan sind die Besucher gebeten, ihren Mundschutz selbst mitzubringen. Denn im Gegensatz zur Gastronomie, die wie überall sonst vorerst geschlossen bleibt, dürfen die Shops ihre Produkte anbieten – wie die Museen selbst mit eingeschränkter Besucherzahl.

„Bereiche, wo es eng wird, haben wir geschlossen, und natürlich sind auch keine Führungen möglich“ erklärt die Kulturdezernentin, damit an keiner Stelle eines Museums die Menschen zu nah beieinander stehen. Eine interessante Variante in diesem Zusammenhang ist, dass die Gästeführer, die sonst Besuchergruppen geleitet und informiert haben, jetzt in den Ausstellungen präsent sein sollen, um Fragen zu beantworten. Dass die Situation insgesamt zu einem erhöhten Personal- und Kostenbedarf führt, liegt auf der Hand. Denn die Hygieneanforderungen führen auch zu verstärktem Putzen etwa im Toilettenbereich, auch für die Sicherheit der Besucher muss intensiv gesorgt werden. Eintrittsfreie Tage sind derzeit aber auch aus einem anderen Grund nicht vorgesehen: „Wir brauchen die Kontrollen an den Kassen, und wir müssen Schlangenbildungen vermeiden“, erklären die Experten. Deshalb werde an den Zeiten im Westfälischen Landesmuseum zunächst nichts geändert, gerade der lange Freitag soll dazu beitragen, dass die Kunstfreunde zu unterschiedlichen Zeiten kommen. Matthias Löb empfiehlt, nach Möglichkeit die Wochentage zu nutzen, damit es nicht zu größerem Andrang am Wochenende kommt.

Wie viele Menschen eingelassen werden, hängt nicht nur von den Bedingungen der einzelnen Häuser, sondern auch von der Verweildauer der Besucher ab, um die Vorgabe „Ein Besucher pro zehn Quadratmeter“ einzuhalten. Wer etwa den Anblick seines Lieblingsgemäldes von August Macke möglichst lange genießen möchte, hält naturgemäß andere Interessenten auf, die womöglich das gleiche Ziel haben. In manchen Museen ergibt sich eine bestimmte Laufrichtung von selbst, in anderen wird sie vorgegeben. Aber, beruhigt Barbara Rüschoff-Parzinger lachend: „Es gilt nicht das Prinzip eines Möbelhauses, dass man durch den ganzen Laden hindurch muss: Wer den Besuch abbrechen möchte, kann das Haus jederzeit verlassen.“ Und damit räumt er wieder einem nachrückenden Kunstfreund die Möglichkeit des Museumsbesuchs ein, denn überall wird (zum Teil schon digital) fein säuberlich gezählt, ob die jeweilige Obergrenze schon erreicht ist.

Was für Besuchergruppen gilt, gilt auch für die sonst so beliebten Mitmach-Stationen, etwa Angebote mit Touchscreen: derzeit leider nicht, das ist hygienisch nicht zu machen. Die Angebote der Museen sollen aber natürlich so umfangreich wie möglich bleiben, nur für bestimmte Sonderausstellungen muss es Änderungen geben: Die, die vorbereitet wurden, werden gezeigt; andere, die mit internationalem Leihverkehr verbunden sind, können momentan nicht stattfinden. „Wir sind froh, dass wir die ,Pest!‘-Ausstellung in Herne verlängern konnten“, so Barbara Rüschoff-Parzinger, „die passt ja gerade wie die Faust aufs Auge“.

Welche Bedingungen für die unterschiedlichen Städte und Museen gelten, sollten die Besucher am besten direkt erfragen, rät Matthias Löb. Wenn es nicht zu längeren Warteschlangen kommt, ist allen gedient.

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