Säckchenrutsche
Der Nikolaus bringt auch in Corona-Zeiten Geschenke

Ob zusammen mit Superhelden oder im Postamt - der Nikolaus hatte auch dieses Jahr viele Missionen.

Sonntag, 06.12.2020, 12:18 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 12:21 Uhr
Nikolaus-Drive-in im bayerischen Rettenberg.
Nikolaus-Drive-in im bayerischen Rettenberg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Berlin (dpa) - Der Nikolaus war auch in Corona-Zeiten unterwegs. Am zweiten Adventswochenende gab es in Deutschland einige vorweihnachtliche Aktionen.

- In Rettenberg im Oberallgäu verteilte der Nikolaus in einem Familien-Drive-in am Feuerwehrhaus Geschenke mit einer Säckchenrutsche: 38 Familien hatten sich zu der Aktion der bayerischen Gemeinde angemeldet und den Organisatoren Säckchen und kleine Texte für die Kinder zukommen lassen. Organisatorin Stephanie Voss sagte: «Uns war es wichtig, dass die Kinder irgendetwas haben.» Sonst wäre der Nikolausbesuch ganz ausgefallen.

- Feuerwehr-Höhenretter haben kleine Patienten zum Nikolaustag am Kinder-Universitätsklinikums in Hamburg überrascht. Als Nikolaus und Superhelden verkleidet seilten sie sich am Sonntag vom Dach des Klinikgebäudes ab, um die Kinder vom Krankenhaus-Alltag abzulenken. Das Corona-Jahr sei für die jungen Patienten sehr schwierig gewesen, weil sie auf den Isolierstationen oft nicht einmal direkten Besuch erhalten konnten, sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger. Deshalb habe man den Kindern eine Freude machen wollen.

- In vielen Teilen von Nordrhein-Westfalen sorgten Landwirte mit Hunderten von weihnachtlich beleuchteten Treckern für kleine Lichtblicke in der Pandemie. Die Aktion am Nikolausvorabend stand unter dem Motto «Ein Funke Hoffnung». Laut dem Bündnis «Land schafft Verbindung» legten die Landwirte bei den Fahrten Zwischenstopps in Krankenhäusern und Heimen ein, um kleine Präsente zu verteilen.

- Bei einer Nikolaus-Aktion für Fernfahrer haben Seelsorger mehrerer Bistümer auf einer Raststätte bei Worms kleine Geschenke an die Trucker verteilt. «Fernfahrer arbeiten unter härtesten Bedingungen, erfahren kaum Wertschätzung und können wenig am sozialen Leben teilnehmen», sagte Hans-Georg Orthlauf-Blooß vom Bistum Mainz am Samstag beim Verteilen von Schokolade und Äpfeln. «Wir verstehen dies als Dank für ihren wichtigen Dienst.» Neben Männern und Frauen aus Deutschland seien vor allem Fahrer und Fahrerinnen aus dem osteuropäischen Raum auf den Autobahnen unterwegs, sagte Orthlauf-Blooß. Für sie war eine Dankeschön-Karte in mehreren Sprachen verfasst.

- Das Nikolauspostamt im saarländischen St. Nikolaus ist in einer neuen Hütte eröffnet worden, in die nur zwei Besucher auf einmal dürfen. Das ehrenamtliche Helfer-Team hat bereits rund 15 000 Briefe beantwortet - mehr als sonst zu jenem Zeitpunkt, wie der Vorsitzende des Festausschusses St. Nikolaus des Nikolauspostamtes, Peter Gerecke, sagte. «In diesem Jahr gibt es eine wirkliche Flut an Briefen.» In den Briefen von Kindern aus aller Welt sei Corona oft das Top-Thema. Viele wünschten sich, dass die Pandemie verschwinde. In Deutschland gibt es sieben Weihnachtspostfilialen, an die Kinder ihre Briefe an den Weihnachtsmann, das Christkind oder den Nikolaus schicken können.

© dpa-infocom, dpa:201206-99-590497/3

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