Restaurierung
Chudoschestwenny: Moskaus ältestes Kino öffnet wieder

Jetzt erstrahlt das Haus wieder in neuem Glanz. Was es außer einer Kinoleinwand ebenfalls zu bieten hat...

Freitag, 09.04.2021, 07:26 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 07:28 Uhr
Der große Kinosaal in dem mit 111 Jahren ältesten Moskauer Filmtheater Chudoschestwenny.
Der große Kinosaal in dem mit 111 Jahren ältesten Moskauer Filmtheater Chudoschestwenny. Foto: Ulf Mauder

Moskau (dpa) – Nach siebenjähriger Restaurierung öffnet in Moskau das mit 111 Jahren älteste Kino der russischen Hauptstadt wieder seine Pforten.

Das 1909 von dem deutschstämmigen Unternehmer Albert Broksch eingeweihte Filmtheater Chudoschestwenny im legendären Künstlerviertel Arbat präsentiert sich mit viel Marmor, Holz, weichen Sitzen und modernsten Kinoprojektoren neu.

Denkmalschützer in der größten europäischen Stadt hatten lange befürchtet, Superreiche könnten das markante Gebäude im Stadtzentrum in ein Spielcasino oder einen Nachtclub umwandeln.

«Wir sind fest entschlossen, diesen großartigen Ort zu einem Platz mit internationaler Ausstrahlung zu machen», sagt Programmdirektor Stas Tyrkin. Das Kino sei eines der ältesten weltweit. In den vier Sälen – mit 21 bis 474 Sitzplätzen – sollten ausschließlich Filme mit künstlerischem Anspruch und keine Blockbuster gezeigt werden. In Moskau gibt es keinen Lockdown wegen der Corona-Pandemie. Kinos sind geöffnet - mit bis zu 50 Prozent erlaubter Auslastung.

Den Anfang soll am Freitagabend der Film «The Father» von Florian Zeller mit Anthony Hopkins machen. An diesem Samstag werde 95 Jahre nach der Premiere dort Sergej Eisensteins Klassiker «Panzerkreuzer Potemkin» gezeigt - anders als zu Sowjetzeiten ohne Zensur. Zudem ist das Chudoschestwenny auch ein Festivalkino. Beim Moskauer Internationalen Kinofestival vom 23. bis 29. April werden dort einige Produktionen gezeigt.

Zuschauer können täglich von 9.00 Uhr morgens bis 3.00 Uhr in der Nacht Filme sehen, darunter viele ausländische Produktionen, die in Originalsprache mit russischen Untertiteln vorgeführt werden. Neben den Kinosälen und Gastronomie beherbergt das Haus eine Bibliothek mit Veröffentlichungen zu Kino, Theater, Musik, Architektur und Kunst.

© dpa-infocom, dpa:210409-99-136061/2

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