Evolution
Tiere im Großstadtdschungel - eine Erfolgsgeschichte

Nur Tauben und Spatzen in der Stadt? Mitnichten. Exotische Halsbandsittiche, einst ein Käfigvögel, gelten inzwischen mit als erfolgreichste «gefiederte Invasoren» in europäischen Stadtparks. Und in Mumbai leben sogar Leoparden.

Dienstag, 22.01.2019, 17:24 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 17:26 Uhr

München (dpa) - Buschhühner in Sydney, Kojoten in Chicago, Füchse in London und Leoparden in Mumbai. Immer mehr wild lebende Tiere machen es sich in unseren Städten bequem. Sie haben ihre Scheu vor Menschen verloren und erobern sich neue Reviere.

Der niederländische Evolutionsbiologe Menno Schilthuizen hat diesem erstaunlichen Phänomen ein faszinierendes Buch gewidmet. «Darwin in der Stadt» zeichnet die «rasante Evolution der Tiere im Großstadtdschungel» nach. Hausspatzen und Stadttauben, die sich seit langem perfekt an das Leben in den Städten angepasst haben, waren nur die Vorboten einer Entwicklung, die ein altes Gesetz zu widerlegen scheint: dass nämlich Evolution ein sehr langsam verlaufender Prozess ist. Stattdessen spielt sie sich direkt vor unseren Augen ab.

Schilthuizen zeigt das an erstaunlichen Beispielen wie etwa dem exotischen Halsbandsittich, einst ein Käfigvogel, inzwischen aber einer der «erfolgreichsten gefiederten Invasoren» in europäischen Stadtparks. Ein fundiertes und flott geschriebenes populärwissenschaftliches Buch.

- Menno Schilthuizen: Darwin in der Stadt. Die rasante Evolution der Tiere im Großstadtdschungel, dtv, München, 368 Seiten, 22,00 Euro, ISBN 978-3-423-28990-0.

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