Zum Roman verdichtet
Kriegsfotografin Gerda Taro: «Das Mädchen mit der Leica»

Eine junge Frau floh vor den Nazis nach Paris, lernte dort den Fotografen Robert Capa und stürzte sich zusammen mit ihm in den Spanischen Bürgerkrieg. Ihre Bilder zum Besten, was Kriegsfotografie zu leisten vermag.

Dienstag, 07.07.2020, 13:09 Uhr

Berlin (dpa) - Gerda Taros Leben war ein kurzer heftiger Roman, leider mit tragischem Ausgang. Die aus Stuttgart stammende junge Kommunistin floh vor den Nazis nach Paris, lernte dort den Fotografen Robert Capa kennen und stürzte sich zusammen mit ihm in den Spanischen Bürgerkrieg.

Ihre Bilder von den blutigen Schlachtfeldern gehören mit zum Besten, was Kriegsfotografie so zustande gebracht hat. Im Jahr 2007 wurden sie durch einen überraschenden Fund spektakulär wiederentdeckt. Gerda Taro bezahlte ihren Einsatz mit dem Tod. Sie wurde nicht einmal 27 Jahre alt.

Helena Janeczek hat dieses flirrende Leben zu einem Roman verdichtet. Drei Menschen, die Gerda Taro sehr nahe standen, erzählen von dieser faszinierenden jungen Frau, die erotische Ausstrahlung mit Mut und Lebensfreude verband. Der Roman ist allerdings von großer Detailversessenheit geprägt, rekonstruiert patchworkartig Gefühle, Gespräche und Situationen nach, so dass das große Ganze darüber etwas aus dem Blick gerät. Mehr Spannung hätte der Erzählung auch gut getan.

- Helena Janeczek: Das Mädchen mit der Leica, Berlin Verlag, Berlin, 352 Seiten, 22,00 Seiten, ISBN 978-3-827-01398-9.

© dpa-infocom, dpa:200707-99-699857/2

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