Ausstellung ab August
Rettung der Brehm-Bibliothek - erste restaurierte Bände

Mit viel Aufwand wird seit Jahren die Brehm-Gedenkstätte in Thüringen generalsaniert. Ein Sorgenkind ist dabei die wertvolle Bibliothek der Naturforscher-Familie. Um sie komplett zu restaurieren, braucht es weiteres Geld.

Mittwoch, 08.07.2020, 16:12 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 16:14 Uhr
Die Brehm-Gedenkstätte. Das Anwesen der Brehms soll nach seiner Generalsanierung und Rekonstruktion Ende August 2020 mit einer neuen interaktiven Dauerausstellung wiedereröffnet werden.
Die Brehm-Gedenkstätte. Das Anwesen der Brehms soll nach seiner Generalsanierung und Rekonstruktion Ende August 2020 mit einer neuen interaktiven Dauerausstellung wiedereröffnet werden. Foto: Martin Schutt

Renthendorf (dpa) - Im Ringen um die Rettung der Bibliothek der Naturforscher Alfred und Christian Ludwig Brehm sind die ersten drei frisch restaurierten Bände präsentiert worden.

«Die Kinder kommen heim ins Museum», freute sich der Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf (Thüringen), Jochen Süss, am Mittwoch. Manche Bände würden damit erstmals wieder der Forschung zugänglich. So präsentierte Süss ein handschriftliches Manuskript, das zuvor so verrottet und kaputt gewesen sei, dass nicht mehr darin geblättert werden konnte. Dies ist nun dank der Arbeit von Restauratoren der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek wieder möglich.

Der Zoologe Alfred Brehm (1829-1884) bereiste im 19. Jahrhundert viele Länder und erlangte mit seiner populärwissenschaftlichen Enzyklopädie («Brehms Tierleben») Ruhm weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Das Werk wurde in etliche andere Sprachen übersetzt. Sein Vater, der Pfarrer Christian Ludwig Brehm, gilt als bedeutender Ornithologe.

Die Brehm-Gedenkstätte sucht weiter händeringend nach Spendern, um das Restaurierungsprojekt voranzutreiben. Laut Süss beherbergt die Stätte am einstigen Wohnort der Familie Brehm eine rund 13.000 Exemplare umfassende Bibliothek sowie eine Handschriftensammlung. Beides sei von unschätzbarem Wert und gelte als nationales Kulturerbe. In den vergangenen Jahrzehnten seien diese Schätze aber schwer geschädigt worden, etwa durch Gebrauch und Alterung, aber auch durch Schädlings- und Schimmelbefall, Wasserschäden und eine unsachgemäße Lagerung. Für die Brehm-Forschung liege der Wert vieler Bücher auch in den darin enthaltenen Anmerkungen und Aufzeichnungen der Brehms.

Im Zuge der Restaurierung würden die Bestände zudem digitalisiert, hieß es. Das Anwesen der Brehms in Renthendorf soll nach seiner Generalsanierung und Rekonstruktion Ende August mit einer neuen interaktiven Dauerausstellung wiedereröffnet werden.

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