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Hommage an die Architektin Zaha Hadid

Sie wurde als erste Frau überhaupt 2004 mit dem Pritzker Preis ausgezeichnet. Ihre Bauwerke gelten als spektakulär.

Mittwoch, 02.09.2020, 12:40 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 12:42 Uhr
Die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid vor der Serpentine Sackler Gallery im Londoner Park Kensington Gardens.
Die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid vor der Serpentine Sackler Gallery im Londoner Park Kensington Gardens. Foto: Facundo Arrizabalaga

Berlin (dpa) - Wer sich mit zeitgenössischer Architektur befasst kommt am Namen Zaha Hadid nicht vorbei.

Die 1950 in Bagdad geborene Architektin, die bis zu ihrem Tod im Jahre 2016 von ihrem Büro in London aus weltweit tätig war und Aufsehen erregende Projekte konzipierte, von denen einige auch gebaut wurden, war eine beständige Innovatorin in der Welt der Architektur.

Als erste Frau wurde Zaha Hadid 2004 mit dem Pritzker Preis ausgezeichnet, dem international renommiertesten Preis in der Architektur. Bill Lacy, der Direktor des Pritzker-Preises, beschrieb Hadids Schaffen mit beeindruckenden Worten: «Nur selten gibt es Architekten, deren Philosophie und Herangehensweise an diese Kunstform die Ausrichtung des gesamten Fachs beeinflusst. So eine Architektin ist Zaha Hadid. Geduldig schuf und verfeinerte sie eine Formensprache, die die Grenzen der Baukunst neu definiert.»

Der amerikanische Kunsthistoriker Philip Jodidio hat Zaha Hadids Schaffen in einem beeindruckenden Buch nachgezeichnet. Angefangen von ersten Entwürfen, die häufig als unrealisierbar galten, über ihre tatsächlich errichteten Bauwerke bis hin zu Konzepten, die Hadid nicht mehr umsetzen konnte, zeigt der großformatige Band «Zaha Hadid. The Complete Works 1979 - Today» die Entwicklung dieses Ausnahmetalents.

Im Mittelpunkt stehen die realisierten Bauten, deren ungewöhnliche Formensprache in zahlreichen, teils doppelseitigen Fotos gänzlich neue Sichtwiesen auf Gebäude und deren Details zeigen. Zu Hadids bemerkenswerten Projekten gehören unter anderem Museen und Hochschulgebäude, aber auch eine Feuerwache in Weil am Rhein, das Hafenhaus in Antwerpen, das Wissenschaftszentrum phaeno in Wolfsburg und die Skisprungschanze von Bergisel.

Jodidio erläutert die ungewöhnlichen, häufig mit unerwarteten Bögen und Kurven ausgestatteten Projekte fachkundig in Texten, denen es gelingt, die Materie auch solchen Lesern nahezubringen, die sich mit der Materie nicht auskennen, sich aber von den Fotos der spektakulären Gebäude haben begeistern lassen.

- Philip Jodidio: Zaha Hadid. The Complete Works 1979 - Today. Taschen Verlag, Köln, 672 Seiten, Euro 50,00, ISBN 978-3-8365-7243-9.

© dpa-infocom, dpa:200901-99-384137/3

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