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Schauspieler Uwe Friedrichsen gestorben

Hamburg (dpa) - Er war der Schüler in Gustaf Gründgens „Faust“ und spielte den Fahnder in „Schwarz-Rot-Gold“: Jetzt ist Uwe Friedrichsen, der Schauspieler mit der markanten Stimme, mit 81 Jahren gestorben.

Montag, 02.05.2016, 14:50 Uhr

Uwe Friedrichsen starb im Alter von 81 Jahren.
Uwe Friedrichsen starb im Alter von 81 Jahren. Foto: Angelika Warmuth

Der Schauspieler Uwe Friedrichsen ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 81 Jahren in einem Hamburger Krankenhaus, bestätigten die Witwe Ute Friedrichsen und seine Künstleragentur der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Gustaf Gründgens hatte den jungen Mimen 1956 für seine legendäre „Faust“-Inszenierung ans Hamburger Schauspielhaus geholt. Friedrichsen gehörte dessen Ensemble zwölf Jahre lang an. Danach arbeitete er als freier Schauspieler und war in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in der Wirtschaftskrimi-Serie „Schwarz-Rot-Gold“ und in der „Sesamstraße“ neben Lilo Pulver und Horst Janson. Friedrichsen war auch ein gefragter Hörbuch- und Synchronsprecher und lieh unter anderem seinen amerikanischen Kollegen Peter Falk und Donald Sutherland seine markante Stimme.

Uwe Friedrichsen - Ein Leben in Bildern

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  • Uwe Friedrichsen 2010 bei der Beerdigung von Heidi Kabel.

    Foto: dpa
  • Aus der Hand des Hamburger Kulturstaatsrates Gert-Hinnerk Behlmer erhielt Uwe Friedrichsen am 25. Mai 2003 die Senator-Biermann-Ratjen-Medaille im Ohnsorg-Theater in Hamburg. 

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  • Uwe Friedrichsen als Philipp Homann spielt am 2013 in Hamburg bei der Fotoprobe von "Lengen na Leev". Die Plattdeutsche Erstaufführung feiert am 13. Oktober 2013 Premiere am Ohnsorg-Theater. 

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  • Die Schauspieler Uwe Friedrichsen in der Hauptrolle des Mr. Peter und Kai Maertens als Calvin am 28. Februar 2000 in den Hamburger Kammerspielen bei der Fotoprobe zu Arthur Millers neuestem Stück "Mr. Peter's Connections". 

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  • 2009 bei einem Interview.

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  • 2009 als John Gabriel Borkman in Hamburg während der Fotoprobe zum Theaterstück "John Gabriel Borkman" im Ernst Deutsch Theater. 

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  • 2014

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  • Sandra Keck als "Johanna Homann" und Uwe Friedrichsen als "Philipp Homann" 2013 in Hamburg bei der Fotoprobe von "Lengen na Leev" nach dem Schauspiel "Ein Mond für die Beladenen" von E. O' Neill.

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  • Schauspieler Uwe Friedrichsen hält 2011 zum Ende seiner Amtszeit als DGzRS-Botschafter neben DGzRS-Geschäftsführer Bernd Anders eines der typischen Spendenschiffchen vor der Zentrale der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen. 

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  • Schauspieler Uwe Friedrichsen (vorne) präsentiert am 25. Januar 2011 an Bord des DGzRS-Seenotkreuzers Hermann Marwede in Cuxhaven die Einsatzzahlen des Jahres 2010. 

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  • 2011 auf der Brücke des DGzRS-Seenotkreuzers Hermann Marwede in Cuxhaven

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  • 2012 beim Neujahrsempfang des "Hamburger Abendblatt" in Hamburg.

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Geboren wurde Friedrichsen 1934 als Sohn eines Ingenieurs in Altona. Schon in der Schule hatte er in zahlreichen Aufführungen mitgewirkt, machte aber den Eltern zuliebe eine Lehre als Import-/Exportkaufmann. Nebenher brachte er sich das Schauspielen selbst bei und gründete 1953 mit Freunden das innovative Theater 53. 1955 wurde Ida Ehre, die Prinzipalin der Hamburger Kammerspiele , auf ihn aufmerksam. Ein Jahr später holte ihn Gustaf Gründgens ans Deutsche Schauspielhaus. Auch wenn er später viel für Film und Fernsehen arbeitete, galt seine Liebe immer dem Theater. So stand der Schauspieler bis ins hohe Alter regelmäßig auf der Bühne, unter anderem am Ernst Deutsch Theater in Hamburg und an den Hamburger Kammerspielen.

Große Erfolge feierte Friedrichsen auch am Hamburger Ohnsorg-Theater, wo er in die Rolle des legendären Hans Albers schlüpfte und in einer plattdeutschen Inszenierung von Goethes „Faust“ den Mephisto spielte. Die Hamburger Volksbühne ernannte den Schauspieler, der in zweiter Ehe mit der Pharmareferentin Ute Papst verheiratet war und in Seevetal bei Hamburg lebte, zu seinem 60. Bühnenjubiläum zum Ehrenmitglied.

Große Popularität erreichte Friedrichsen, als er in der Fernsehserie „Familie Schöllermann“ mitspielte und die Rolle des Detektivs in „John Klings Abenteuer“ (1965-1970) übernahm. Bis 1995 spielte er mit sprödem norddeutschen Charme einen Zollfahnder in der Wirtschaftskrimiserie „Schwarz-Rot-Gold“. Vor allem Kinder werden sich an seine Auftritte in der „Sesamstraße“ erinnern. Auch in zahlreichen „Tatort“-, „Derrick“- und „Der Alte“-Folgen war Friedrichsen ein gerngesehener Gast.

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