TV-Tipp
Unter anderen Umständen

Eine Kommissarin wird von einem früheren Fall eingeholt, dann eines Mordes verdächtigt, und sie kommt in den Knast. Darum geht es in einem aktuellen Krimi im ZDF.

Montag, 05.12.2016, 00:02 Uhr

Hauptkommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) im Knast.
Hauptkommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) im Knast. Foto: Marion von Der Mehden

Berlin (dpa) - Normalerweise wissen Kommissare stets, wo es lang geht und wie sie einen Fall zu lösen haben. Doch jetzt kommt es ganz anders.

Hauptkommissarin Jana Winter ( Natalia Wörner ) wird selbst zum «Fall» und muss in «Unter anderen Umständen - Tod eines Stalkers» sogar ins Gefängnis. Das ZDF zeigt den Krimi am Montag um 20.15 Uhr.

Winter hat vor einiger Zeit den Kriminellen Ricky Rehberg (Jan Georg Schütte) hinter Gitter gebracht. Als er freikommt, beschuldigt er Winter, sie habe Schuld am Tod seiner Frau und Tochter. Eines Nachts ruft er sie an und behauptet, ihren Sohn Leo (Klan Schmidt) in seiner Gewalt zu haben. Als sie bei ihm eintrifft, findet sie ihn tot vor.

Weil sie sich am Tatort in Widersprüche verwickelt, wird sie von ihrem Kollegen Hamm (Ralph Herforth) abgeführt und alsbald vom internen Ermittler Harald Voss (Johannes Zeiler) vernommen. Sie muss ihren Führerschein abgeben, ihre Wohnung wird durchsucht, sie kommt in Untersuchungshaft - und das Jugendamt kümmert sich um Leo. Ihre Kollegen machen das allerdings auch, und sie erzählen Leo eine berührende Geschichte vom Schatz der Wikinger, den sie angeblich im Gefängnis suchen muss.

In der Zwischenzeit leitet der Gauner Anton Gluseck (Felix von Manteuffel) im Knast den Bibelkreis. Angeblich hasst er Jana Winter nicht, obwohl sie ihn einst zum Krüppel geschossen hat. Gluseck und sein Bruder Anton (Eckart Preuss) stecken mit drin in diesem undurchsichtigen Fall, der zunehmend zum packenden Duell zwischen Winter und Voss gerät, denn die beiden haben noch offene Rechnungen von früher zu begleichen. Hamm (Ralph Herforth) wird vom Dienst suspendiert, Voss gar ermordet, sein Kollege Brettschneider (Johannes Zirner) übernimmt die Ermittlungen, und Winter gelingt die abenteuerliche Flucht aus dem Knast.

Sie muss das Heft schließlich selbst in die Hand nehmen. Das macht Natalia Wörner (49, «Die Diplomatin») auch diesmal sehr eindrucksvoll. «Von Anfang an hat die Figur der Jana Winter etwas Schicksalhaftes - und das wird bei uns über diesen langen Zeitraum konsequent weitererzählt», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

«Der Tod ihres Mannes und Vater des gemeinsames Sohns hinterließ und hinterlässt heute noch Spuren, die sich in feinen privaten Momenten erzählen lassen, ohne dass man sie ständig benennt», sagte Wörner über ihre Rolle. «Das gibt der Figur im Laufe der Zeit tatsächlich etwas Fragiles und Feinporiges, manchmal auch etwas Melancholisches, aber auf alle Fälle hat Jana Winter als Frau eine eigene Stärke entwickelt, die sehr authentisch mit der Figur und ihrem Umfeld verbunden ist.»

Das stimmt in ihrem zwölften Fall (unter der bewährten Regie von Judith Kemmel) ganz bestimmt. Die undurchsichtige Geschichte ist wendungsreich und stellenweise verwirrend, aber ungemein spannend. In der zweiten Hälfte wird das Ganze zu einer ziemlichen Räuberpistole, und aufmerksame Zuschauer ahnen bald, wer der Mörder ist. Letztlich geht es geht um Intuition - die man hat oder eben nicht. Leo stellt seiner Mutter so kluge Fragen wie: «Wie geht die Mathearbeit aus?» und «Warum ist Papa damals in den Hubschrauber gestiegen?» (der dann abgestürzt ist). Und sie erklärt ihm später, was Rache bedeutet.

Das Verhältnis von Mutter und Sohn zieht sich durch alle ihre Fälle. «Jana Winter hat ein Privatleben, und das ist tatsächlich nicht nur schön», sagt Natalia Wörner zum Schluss. «Filmische Handlung lebt grundsätzlich von Konflikten und spannungsreichen Grundkonstellationen, privat wie beruflich. Ein klassisches schönes Privatleben ist in der Regel für eine Kommissarin kein wirklich spannender Stoff.» Bleibt die Hoffnung, dass ihr Sohn nicht allzu schnell groß werden möge.

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