TV-Tipp
The Voice of Germany

Die neue Runde der Musikshow «The Voice of Germany» kann für junge Musiker wieder ein Karrierestart sein. Aber auch die Promis in der Jury können von der TV-Präsenz profitieren.

Donnerstag, 18.10.2018, 00:01 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.10.2018, 00:01 Uhr
Die Coaches Mark Forster (l-r), Michi Beck, Smudo, Michael Patrick Kelly und Yvonne Catterfeld suchen neue Talente.
Die Coaches Mark Forster (l-r), Michi Beck, Smudo, Michael Patrick Kelly und Yvonne Catterfeld suchen neue Talente. Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) - Neue Talente und altbekannte Gesichter: Die mittlerweile achte Staffel «The Voice of Germany», die an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) auf ProSieben startet, zeigt einmal mehr: Musikshows sind für junge, aber auch für erfahrene Künstler eine wichtige Bühne.

Diesmal neu in der «Voice»-Jury: Michael Patrick Kelly. Der mit der Kelly Family bekannt gewordene Musiker hat - wie viele seiner Kollegen - bereits TV-Erfahrung. In der vierten Staffel der Vox-Show «Sing meinen Song - Das Tauschkonzert» interpretierte er im vergangenen Jahr Songs der anderen Teilnehmer, darunter Mark Forster (34). Den trifft Kelly nun bei «The Voice» wieder.

«Musikshows garantieren den Künstlern über mehrere Monate hinweg eine hohe Fernsehpräsenz. Sie können sich in der werberelevanten Zielgruppe, die auch die ist, die noch viel Musik hört und dafür Geld ausgibt, bekannt und beliebt machen», erklärt Medienexperte Holger Schramm von der Universität Würzburg. Außerdem könnten die Sänger durch Live-Auftritte in der Show ihr neues Album bewerben. «Dies kommt - welch Zufall - meist genau in dem Zeitraum auf den Markt, in dem der Musiker in der Jury sitzt.»

Songwriter Forster, der neben «Sing meinen Song» und «The Voice» auch noch in der Kinderausgabe «The Voice Kids» zu sehen ist, veröffentlicht etwa seine vierte Platte «Liebe» am 16. November - rund einen Monat nach Start der neuen «Voice»-Staffel.

Auch für die Sender sei die Präsenz von Forster, Kelly, BossHoss und Co. hilfreich. «So viele Stars haben wir auf dem deutschen Musikmarkt nicht, die gleichzeitig telegen, kommunikativ, witzig, selbstironisch, schlagfertig und dabei noch sympathisch und kuschlig rüber kommen können», sagt Schramm.

Gleichzeitig könne der Zuschauerfluss gesteigert werden. «Wer das eine Format schaut, schaut mit höherer Wahrscheinlichkeit auch das andere Format, weil man von dem, was man lieb gewonnen hat, noch mehr bekommen kann.»

In diesem Sinne strahlt ProSieben nach der «Voice»-Premiere am Donnerstag erstmals die Unterhaltungsshow «Late Night Berlin» aus, die bislang nur montags lief. Zu Gast bei Klaas Heufer-Umlauf (35): die Coaches von «The Voice».

Medienexperte Schramm sieht für die Sender bei der hohen TV-Präsenz bestimmter Musiker die Gefahr der Austauschbarkeit. Die Künstler sollten sich darüber hinaus genau überlegen, ob die Show, in der sie mitmachen, zu ihrem Image passt. «Insofern hätte ich Xavier Naidoo davon abgeraten, jetzt auch noch bei 'DSDS' in Erscheinung zu treten.»

Der Sänger der Söhne Mannheims sitzt demnächst als Juror neben Dieter Bohlen (64) in der RTL-Show. Zuvor machte er bei «eher wertschätzenden Formaten» (Schramm) wie «Sing meinen Song» und «The Voice» mit.

Für Letzteres hat sich nun auch Kelly entschieden. «Ich werde öfter zu TV-Shows eingeladen, die nichts mit Musik zu tun haben. In der Regel kriegen sie eine Absage. Aber diese Sendung hat einfach eine sehr hohe, musikalische Qualität - was die Kandidaten und die Live-Band angeht», erklärte der 40-Jährige der Deutschen Presse-Agentur zu seinen Beweggründen.

Und wer weiß: Vielleicht bringt auch Kelly während der «Voice»-Zeit neue Musik heraus. Sein letztes Album «iD» erschien im Juni 2017 - nur wenige Tage vor der Ausstrahlung der ihm und seiner Musik gewidmeten «Sing meinen Song»-Ausgabe.

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