TV-Tipp
Allmen und das Geheimnis der Dahlien

Martin Suters verarmter Dandy Johann Friedrich von Allmen jagt diesmal nach Dahlien auf Öl. Es gibt vier Tote, und auch der Gentleman-Gauner gerät in Gefahr - in mehrfacher Hinsicht.

Samstag, 13.07.2019, 00:01 Uhr
Samuel Finzi (l) als Carlos und Heino Ferch als Allmen in einer Szene des Krimis «Allmen und das Geheimnis der Dahlien».
Samuel Finzi (l) als Carlos und Heino Ferch als Allmen in einer Szene des Krimis «Allmen und das Geheimnis der Dahlien». Foto: Julie Vrabelova

Berlin (dpa) – Gleich zu Beginn gibt es den ersten Mord. Dann ein Schnitt. «Ein gut gekühlter Champagner duldet keinen Aufschub», sagt der nie um ein gewitztes Wort verlegene Lebemann Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) zu seiner bildschönen Freundin Jojo (Andrea Osvárt).

In der Verfilmung des Martin-Suter-Romans «Allmen und das Geheimnis der Dahlien», die das Erste am Samstag (13. Juli) um 20.15 Uhr zeigt, sitzt das Paar im Luxus-Motorboot auf dem Zürichsee. Gerade hat der feinsinnige Ästhet das Handy, mit dem seine Geliebte eben noch telefoniert hat, kurzerhand ins Wasser geworfen. «Wie originell», kommentiert die Tochter des zweitreichsten Mannes der Alpenrepublik.

Und schon ist der Zuschauer wieder mittendrin in der Welt der Schönen, Reichen und Kultivierten der Schweiz, mit Schampus, Austern, Maßanzügen und polierten Schuhen, dank der eleganten Ausstattung, grandiosen Sprache und Hollywood-reifen Szenerie. Im dritten Fall des verschlagenen Dandys und seines treuen Dieners Carlos (Samuel Finzi) geht es um ein wertvolles Bild.

Obwohl pleite, bezieht Gentleman-Gauner Allmen ungeniert mit Jojo eine Suite im «Grandhotel Gutbauer» – anders als im Roman ist es von höchstem Luxus. Beim Küssen fällt ihm ein verdächtiger Mann vor dem Fenster auf. Er gibt vor, Kaviar zu besorgen - und ist mitten drin in einem dreisten Kunstraub, der ihm einen neuen Auftrag verschafft.

Der Meisterdetektiv alter Schule kann die steinreiche, aber sehr misstrauische Dalia Gutbauer mit seinem unwiderstehlichen Charme überzeugen, dass er ihr geliebtes Dahliengemälde des französischen Künstlers Henri Fantin-Latour wiederbeschafft.

Die alte Dame, die zurückgezogen in einer Suite ihres Hotels lebt, hat den Diebstahl im Sessel über der Zeitung verschlafen. Allmen stand nach riskanter Kletterpartie an der Hotelfassade im Nebenzimmer und beobachtete den Dieb. «Sie werden hier einziehen und das Hotel nicht eher verlassen, bis ich wieder im Besitz meines Bildes bin», macht Dalia Gutbauer eine klare Ansage. In einem verbalen Duell, in dem Allmen auf hohem Niveau sprachlich brilliert, droht sie mit Abschiebung seines Dieners Carlos.

Der aus Guatemala stammende treue Gefährte gerät mit seiner ebenfalls illegalen Maria fast in eine Polizeikontrolle. Da trifft es sich gut, dass Allmen und Carlos auf Geheiß der Grande Dame ins Grandhotel ziehen – getrennt. Selbst Allmen staunt, als Carlos beim Einchecken den reichen Kolumbianer mit Privatjet gibt und bei Tisch genervt nach weißem Kaviar fragt.

Wie bei den beiden ersten Verfilmungen der erfolgreichen Suter-Krimis hat Regisseur Thomas Berger nach Drehbüchern von Martin Rauhaus inszeniert, gespickt mit ironisch verpackter Gesellschaftskritik. Ferch gibt erneut den verarmten Aristokraten so lässig, als hätte ihm Suter die Figur des diebischen Dandys auf den Leib geschrieben. Finzi spielt ebenso großartig den eher risikoscheuen Butler mit Köpfchen.

Über Irrwege kommen sie Fantin-Latours Dahlien, ihrem Dieb, aber auch einer anderen Dalia und dem Geheimnis des Bildes auf die Spur. Bis geklärt ist, wer es warum gestohlen hat, gibt es allerdings weitere Tote.

Als Carlos schließlich in die Fänge der Täter gerät, setzt Allmen alles auf eine Karte und sein Pokerface auf: Wie immer hat er noch einen Trumpf im Ärmel, um «den Tag mit einer Bouillabaisse und einem perfekt temperierten Sancerre ausklingen zu lassen».

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