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Tatort: Das Team

Der erste «Tatort» 2020 ist ein gewagtes Experiment. Starbesetzung, alle improvisieren. Sieben Kommissare sollen eine Mordserie stoppen. Und ein Spitzenpolitiker darf als besonderer Gast mitspielen.

Mittwoch, 01.01.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 18:33 Uhr
Ministerpräsident Armin Laschet (hinten l) schwört die Ermittler ein.
Ministerpräsident Armin Laschet (hinten l) schwört die Ermittler ein. Foto: Tom Trambow

Dortmund (dpa) - Dieser «Tatort» ist anders. Mit Starbesetzung, ohne festes Drehbuch. Der Plot ist ungewöhnlich: Kommissare wurden in Serie gekillt. Es herrscht Ausnahmezustand in Nordrhein-Westfalen. Die Ermittler tappen völlig im Dunklen.

Also wird ein Top-Team aus sechs Polizei-Dienststellen zusammengezogen. Typen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Das eigenwillige Dortmunder Duo Peter Faber und Martina Bönisch, Kollegin Nadeshda Krusenstern aus Münster und vier weitere Ermittler der Sorte smart, rüpelhaft, arrogant oder depressiv. Eine explosive Mischung, wie sich im «Tatort: Das Team» am Neujahrstag um 20.15 Uhr im Ersten zeigen wird.

Am Anfang gleich eine Überraschung: Ein Politiker, den im wahren Leben einige für den nächsten Kanzlerkandidaten halten, hat einen Gastauftritt. Mit tiefen Sorgenfalten entsteigt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsent Armin Laschet in der Tiefgarage des leerstehenden, SEK-gesicherten Tagungshotels einer schwarzer Limousine. Er schwört die sieben Kommissare auf ihre Aufgabe ein. «Es ist wirklich eine dramatische Lage. Sie sind natürlich auch beunruhigt, wenn vier Ihrer Kollegen Opfer wurden in den letzten Monaten.» Daher brauche es unkonventionelle Maßnahmen - er meint damit auch zwei externe Coaches, die aus ihnen eine effektive Truppe zusammenschmieden sollen.

«Ich weiß, dass Sie das nicht toll finden werden», sagt CDU-Politiker Laschet - und schaut so ernst in die Kamera wie es die Lage erfordert. Zwei Mal hat er einen Sekunden-Text. In der Rolle des MP macht der MP seine Sache gut. Vor einer echten schauspielerischen Herausforderung stehen die neun Darsteller. Sie improvisieren. Alle wussten nur grob, was sie am Set erwarten würde, Ausgang total ungewiss.

Alle Kommissare kennen sich untereinander mehr oder minder oder hatten Kontakt zu einem der «mit fantasievoller Grausamkeit» getöteten Opfer. Und das war's dann schon an Gemeinsamkeiten. Kollegin Bönisch (Anna Schudt) und Nadeshda (Friederike Kempter) - sonst an der Seite von Kommissar Thiel und Professor Boerne - gehen sich regelrecht an die Gurgel. Kommissar Faber (Jörg Hartmann) mutmaßt: «Die wollen uns doch verarschen.»

Tatort: Das Team

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  • V.l.n.r.: Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek), Peter Faber (Jörg Hartmann), Martin Scholz (Bjarne Mädel), Martina Bönisch (Anna Schudt), Marcus Rettenbach (Ben Becker), Sascha Ziesing (Friedrich Mücke), Christoph Scholz (Charly Hübner), Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), Nadine Möller (Elena Uhlig)

    Foto: WDR/Tom Trambow
  • Höchste Sicherheitsstufe: Im leerstehenden Hotel "Gransch" treffen sich sieben Ermittler aus NRW. Sie sollen eine Mordserie beenden.

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  • Ausnahmezustand in Nordrhein-Westfalen! Schon vier Kommissare unterschiedlicher Dienststellen wurden getötet. Eine vergleichbare Mordserie gab es noch nie in der Geschichte des Landes. Doch eine heiße Spur fehlt, die Ermittler tappen im Dunkeln – und der Druck nimmt zu... V.l.n.r.: Christoph Scholz (Charly Hübner), Martina Bönisch (Anna Schudt), Franz Mitschowksi (Nicholas Ofczarek), Peter Faber (Jörg Hartmann), Marcus Rettenbach (Ben Becker), Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), Nadine Möller (Elena Uhlig), Sascha Ziesing (Friedrich Mücke), Martin Scholz (Bjarne Mädel)

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  • Auf dem "heißen Stuhl": Im Schwimmbecken des leerstehenden Hotels muss sich Kommissarin Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) den kritischen Fragen ihrer Kollegen stellen.

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  • Der Mann von Kommissarin Möller (Elena Uhlig) wurde von einem Serienmörder getötet. In einem leerstehenden Hotels haben sich die Sonderermittler versammelt - auch Kommissarin Möller muss ihren Kollegen Rede und Antwort stehen - auf dem "heißen Stuhl" im Schwimmbecken.

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  • Die erfahrernen Beamten Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek, l) und Markus Rettenbach (Ben Becker, r) gehören zu den sieben Ermittlern, die einen Serientäteter stoppen sollen. Die beiden sehen sich nach längerer Zeit zum ersten Mal wieder.

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  •  Sie sollen ein Team werden: In einem alten, leerstehenden Hotel sind Ermittler aus NRW zusammengezogen worden, u.a. (v.l.n.r.) Nadine Möller (Elena Uhlig), Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempte), Peter Faber (Jörg Hartmann) und Markus Rettenbach (Ben Becker). Coach Christoph Scholz (Charly Hübner, r) hat sie im Hotel-Pool versammelt. Hier soll jeder der Kommissare mal auf dem "heißen Stuhl" im leeren Schwimmbecken Platz nehmen.

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  • In solch einer Situation war Martina Bönisch (Anna Schudt) von der Dortmunder Mordkommission noch nie: Sieben Kommissare, ein verlassener Hotelkomplex - in dessen Schwimmbecken jeder mal auf dem "heißen Stuhl" Platz nimmt.

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  • Das Foto zeigt Kommissar Richard Möller, das vierte Todesopfer. Um den Serienmörder zu ermitteln, soll Coach Christoph Scholz (Charly Hübner, m) Kommissare wie Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), Sascha Ziesing (Friedrich Mücke), Marcus Rettenbach (Ben Becker), Martina Bönisch (Anna Schudt, v.l.n.r.) zu einem schlagfräftigen Team formen.

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  • Kennen sich von früher: Nadeshda Krusentern (Friederike Kempter) und Sascha Ziesing (Friedrich Mücke)

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  • Große Krisen löst man nicht allein, sondern gemeinsam. Diesem Leitsatz haben sich auch die Coaches Christoph Scholz (Charly Hübner, r) und sein Bruder Martin (Bjarne Mädel, l) verschrieben.

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  • Christoph Scholz (Charly Hübner, r) und Martin Scholz (Bjarne Mädel, m) sind krisenerfahren und sollen als externe Berater im Auftrag des Polizeipräsidenten (Jörg Ratjen,l) aus sieben Ermittlern ein Team machen, das einen Serienmörder stoppt.

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  • Schauspieler und Regisseur Jan Georg Schütte (r) in einer Doppelrolle: Es hat "Druck" inszeniert und ist hier als Leiter des SEK zu sehen.

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  • Kommissar Sascha Ziesing (Friedrich Mücke, vorne) soll gemeinsam mit Nadine Möller (Elena Uhlig), Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), und Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek, hinten, v.l.n.r.) ein Ermittlerteam bilden.

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  • Wer wird das Ermittler-Team leiten? Coach Christoph Scholz (Charly Hübner, vorne Mitte) spricht mit Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek), Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Markus Rettenbach (Ben Becker), Sascha Ziesing (Friedrich Mücke) - Nadeshda Krusentern (Friederike Kempter, v.r.n.l.) beobachtet die Situation.

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  • Die Kommissare Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek, r) und Markus Rettenbach (Ben Becker, l) gehören zu den Ermittlern, die der Polizeipräsident in ein leerstehendes Tagungshotel geladen hat. Sie sollen als Team eine Mordserie stoppen.

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  • Die Dortmunder Ermittler Peter Faber (Jörg Hartmann, 2.v.l.) und Martina Bönisch (Anna Schudt, r) sind im Gespräch mit den beiden Coaches Christoph (Charly Hübner, 2.v.r.) und Martin Scholz (Bjarne Mädel, l), beobachtet werden sie von einem SEK-Beamten.

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  • Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) weiß nicht, was ihn hier erwartet. Sieben Ermittler treffen sich, um einen Serienmörder zu stoppen. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen soll er ein effizientes Team bilden (v.l.n.r.): Nadine Möller (Elena Uhlig), Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), Sascha Ziesing (Friedrich Mücke), Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek), u.a.

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  • Erfahre Ermittler, keine einfachen Charaktere: Coach Martin Scholz (Bjarne Mädel, stehend) soll u.a. aus den Kommissaren (v.r.n.l.) Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek), Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt) und Markus Rettenbach (Ben Becker) ein Team machen.

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  • Kommissar Marcus Rettenbach (Ben Becker) gehört zu den sieben Ermittlern, die einen Serientäter stoppen sollen. Das nimmt ihn mit, auch gesundheitlich...

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  • Kommissar Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek) ist angeschlagen und muss untersucht werden.

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  • Gesichert: SEK-Beamte in der Küche eines leerstehenden Tagungshotels.

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  • Ministerpräsident Armin Laschet (m) begrüßt die Dortmunder Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt). Zwei Coaches (Bjarne Mädel, Charly Hübner, hinten, v.l.) sollen aus sieben Ermittlern ein Team formen, das einen Serienmörder endlich stoppt. Aus Aachen gehört Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek, r) zum Team.

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  • Ministerpräsident Armin Laschet (stehend, l) schwört die Ermittler ein: Sie sollen den Serienmörder stoppen, der schon vier Kommissare in Nordrhein-Westfalen tötete. Der Polizeipräsident Ullrich Dettmers (Jörg Ratjen, stehend 2.v.l.) stellt die Coaches Martin (Bjarne Mädel, stehend 2.v.r.) und Christoph Scholz (Charly Hübner, stehend r) vor. Sie sollen aus sieben Ermittlern ein effizientes Team formen: (sitzend v.l.n.r.) Nadine Möller (Elena Uhlig), Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), Sascha Ziesing (Friedrich Mücke ), Marcus Rettenbach (Ben Becker), Martina Bönisch (Anna Schudt), Peter Faber (Jörg Hartmann), Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek)

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Besonders widerspenstig gibt sich Ermittler Marcus Rettenbach (Ben Becker) aus Oberhausen, eigentlich noch in psychiatrischer Behandlung. Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek) aus Aachen kommt als überheblicher Vogel daher. Und warum aus Düsseldorf Kommissarin Nadine Möller (Elena Uhlig) beordert wurde, bleibt allen anderen bis zuletzt ein Rätsel - schließlich war ihr Mann einer der vier getöteten Kollegen. Sascha Ziesing (Friedrich Mücke) aus Paderborn wird von den zwei externen Coaches - gespielt von Bjarne Mädel und Charly Hübner - insgeheim als «Ehrgeizling aus der Provinz» eingestuft.

Der wilde Haufen soll sich zusammenraufen und den Killer stoppen. Verraten sei: Ja, scheint unfassbar, aber sie schaffen es. Allerdings nimmt die Sache eine spektakuläre Wende und es gibt weitere Opfer bis zum unerwarteten Finale. Auf dem Weg dahin ist der Krimi ein Wagnis.

Es war ein Experiment, bei dem bis zur Drehmitte unklar war, ob es gelingen würde, wie Regisseur Jan Georg Schütte schildert. Er steht auch selbst als SEK-Einsatzleiter vor der Kamera. Er habe die Schauspieler und deren Fantasie ganz nach vorne holen wollen, betont Schütte nach WDR-Angaben. Am Set habe sich ein Riesendruck aufgebaut. «Diese Not und Verzweiflung, die teilweise herrschte, hat es dann glücklicherweise auch in den Film geschafft.»

Der «Tatort» ist an zwei Tagen abgedreht worden, angelegt als ein Kammerspiel. Bis auf wenige Außenaufnahmen vom Hotel in Siegburg bei Bonn - es steht tatsächlich leer und wird für SEK-Übungen genutzt - sind alle Szenen innerhalb des Komplexes entstanden. Lange wusste keiner so richtig, was passieren würde. «Das war manchmal echt schwer auszuhalten, wenn sieben gestandene Kollgen dich angucken und fragen: Wie geht denn der Film jetzt weiter?», erzählt Bjarne Mädel. Von einem «Tanz auf dem Seil» spricht Ben Becker laut TV-Sender.

«Wir haben Dinge preisgegeben, die wir normalerweise nicht zeigen», verrät Anna Schudt. Schütte glaubt, es sei «ein ganz besonderes Stück Fernsehen» gelungen. Und welche Zuschauer-Reaktion erwartet er? «Es wird natürlich einen Aufschrei geben.»

 

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