TV-Tipp
Praxis mit Meerblick

Die Abenteuer der Inselärztin Nora Kaminski in der seit 2017 ausgestrahlten ARD-Filmreihe «Praxis mit Meerblick» gehen weiter. Mit drei Filmen, die sich nun mehr um Noras Liebesleben drehen. Die Hauptdarstellerin Tanja Wedhorn erzählt der dpa, warum sie ihre Rollenfigur besonders gern mag.

Freitag, 06.03.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 05:02 Uhr
Doro (Julia Schäfle, r) überrascht Nora (Tanja Wedhorn) mit einem sperrigen Geschenk.
Doro (Julia Schäfle, r) überrascht Nora (Tanja Wedhorn) mit einem sperrigen Geschenk. Foto: Boris Laewen

Berlin (dpa) – «Nora ist angekommen auf Rügen», sagt Tanja Wedhorn über ihre Hauptrollenfigur in der beliebten ARD-Filmreihe «Praxis mit Meerblick». Bislang habe es die Medizinerin Nora Kaminski ja schwer gehabt mit der Ostseeinsel und ihren Bewohnern, beschreibt die Schauspielerin (48, «Lebe lieber italienisch!») im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg die ersten sechs der seit 2017 ausgestrahlten Episoden.

Denn nachdem man der Schiffsärztin ohne Doktortitel den Tod eines Patienten angelastet hatte, bot ihr Studienfreund Dr. Freese (Stephan Kampwirth) ihr einen Unterschlupf in seiner Praxis an. Woraufhin die Insulaner der couragierten, aber finanziell klammen Singlefrau und ehemals alleinerziehenden Mutter misstrauisch begegneten.

Das sieht anders aus in den drei Fortsetzungen, die am Freitag um 20.15 Uhr mit der Geschichte «Alte Freunde» starten. «Sehnsucht» (13. März) und «Familienbande» (20. März) folgen, allesamt wieder Produktionen der Real Film Berlin im Auftrag der ARD-Tochter Degeto für Das Erste. Als Regisseur der ersten beiden Sendungen zeichnet Jan Ruzicka («Ein Lächeln nachts um vier») verantwortlich, die dritte inszenierte Wolfgang Eißler. Typisch für die unterhaltsame Reihe sind dem Alltag abgeschaute Menschen und ihre Probleme – sowie eine in Ferienstimmung versetzende See-Atmosphäre. «Nora muss inzwischen nicht mehr so sehr um Existenzielles kämpfen. Daher geht es auch mehr um eine frühere Liebe von ihr», verrät Wedhorn.

«Diese Nora hat etwas sehr Gerades und Direktes, ist wenig süßlich und nicht sehr moderat. Hat guten Humor. Ich mag das alles sehr», erklärt der auf positive Charaktere quasi abonnierte Fernsehstar der dpa. Die Figur eigne sich wohl auch als Rollenmodell für moderne Frauen. So hat sich nun Noras Zusammenarbeit mit dem neuen Kollegen Dr. Stresow (Benjamin Grüter, «Aufbruch in die Freiheit») gut eingependelt. Dafür taucht gleich zu Beginn ihr Ex-Mann Peer (Dirk Borchardt, «Jenseits der Angst») auf – ihre komplizierte Liebe aus Unizeiten. Samt seiner neuen Gefährtin (Julia Schäfle, «Verliebt auf Island») sowie Kai (Lukas Zumbrock, «Das Boot»), dem erwachsenen Sohn von Nora und ihm. Der Grund dafür scheint nicht allein in Peers neuem Boot zu liegen, das vor Rügen ankert.

Daher kommt es erst einmal, wie es wohl kommen muss. «Nora fährt zu Peer,» erzählt Wedhorn. «Sie ist zwar klug genug zu wissen, dass das keine gute Idee ist. Aber sie liebt ihn. Dabei hält sie den Ball aber erstmal flach.» Der Filmtitel «Alte Freunde» bezieht sich allerdings auf mehrere Beziehungen. Auch Kai und Noras Sprechstundenhelferin Mandy (Morgane Ferru, «Glaubenberg») treffen einander wieder. Und als ganz besonderer Konflikt erweist sich die Verbindung zwischen Dr. Stresow und dem Rügener Schulleiter Thorsten Thieme (Kai Ivo Baulitz, «Ballon»). Die Missstimmung zwischen den beiden reicht bis tief in die DDR-Zeiten zurück.

Dank der Dreharbeiten hat die Hauptdarstellerin auch schon fast ein Jahr auf der Insel verbracht. Anders als ihre Nora habe es für sie aber keinerlei Anfangsschwierigkeiten gegeben, erklärt Wedhorn. Abgesehen vielleicht von ein paar Touristen, die wegen der Absperrungen vor Ort während der Filmaufnahmen murrten. «Ich bin da sehr, sehr angekommen, größtenteils in Sassnitz», schwärmt die in Berlin lebende Künstlerin. «Wir haben alle eine schöne Kontinuität und kommen immer gerne wieder. Nach einem halben Jahr steige ich aus dem Zug und atme gleich die Seeluft. Das ist toll, ein Geschenk.» Außerdem gebe es in der Nähe der Unterkünfte ein Café, in dem immer vom Team anzutreffen sei. «Das hat eigentlich Urlaubscharakter», stellt Wedhorn fest, «ich jogge zum Beispiel gern entlang der Steilküste oder bei den schönen Kreidefelsen.»

Nur am Wochenende hat die Schauspielerin keine Zeit für Rügen. Denn freitagsabends sitzt sie im Zug in die Hauptstadt – um ihren Ehemann Simon und die beiden schulpflichtigen Söhne zu sehen.

Nachrichten-Ticker