TV-Tipp
Werkstatthelden mit Herz

Vier Männer wollen den Berliner Marathon gewinnen, obwohl sie gar keine Ausdauersportler sind, denn es winkt dringend benötigtes Geld. Die Tragikomödie von Regisseur Lars Montag basiert auf dem niederländischen Kinofilm «De Marathon».

Freitag, 01.05.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 01.05.2020, 05:02 Uhr
Carlo (Armin Rode), Roger (Tim Kalkhof), Becker (Heiko Pinkowski) und Köll (Karsten Mielke) bereiten sich auf den Lauf ihres Lebens vor (l-r).
Carlo (Armin Rode), Roger (Tim Kalkhof), Becker (Heiko Pinkowski) und Köll (Karsten Mielke) bereiten sich auf den Lauf ihres Lebens vor (l-r). Foto: Christoph Assmann/ ARD

Berlin (dpa) - Es sind oft die einfachen Leute, die das Herz am richtigen Fleck haben. Das zeigt mal wieder die Tragikomödie «Werkstatthelden mit Herz», die am Maifeiertag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist.

Schön ist die Werkstatt in Duisburg schon, groß ist sie auch - doch leider wirft sie kaum Gewinn ab, denn es mangelt an Aufträgen. Das ist bitter für den Chef Carlo (Armin Rohde) und seine drei Angestellten Becker (Heiko Pinkowski), Roger (Tim Kalkhof) und Köll (Karsten Antonio Mielke). Da kommt eine rettende Idee des Sportstudioinhabers Aslan (Hasan Ali Mete) gerade recht: Wenn die vier Männer den Berliner Marathon gewinnen, will Aslan 50.000 Euro zahlen.

Weil Carlo damit auf einen Schlag alle Steuerschulden los wäre, wird also ab sofort fleißig trainiert - mit Hilfe des im Rollstuhl sitzenden künftigen Azubis Moah (Eugene Boateng). Verheimlicht wird auch so einiges: Carlo ist herzkrank, Roger wohl schwul und Becker spricht nicht mehr mit seiner Frau. Und die Schildkröte von Carlo namens Adenauer mag partout nichts mehr fressen.

Ein gefundenes Fressen ist das Ganze in jedem Fall für die Schauspieler, allen voran Armin Rohde («Nachtschicht - Cash & Carry», am 4. Mai im ZDF). Er gibt seiner Figur die richtige Mischung aus Erfahrung, Verzweiflung und Würde. Die Tragikomödie von Regisseur Lars Montag (49, «How To Sell Drugs Online (Fast)») und Autor Sathyan Ramesh (52, «Das Leben vor mir») basiert auf dem niederländischen Kinofilm «De Marathon» von Diederick Koopal. Der deutschen Version fehlt es ein wenig an Tempo, aber die Figuren sind liebevoll gezeichnet, die Dialoge teilweise sehr witzig - und die Musik passt auch. Von dieser lustigen Pott-Truppe sollte es gern mehr geben.

Nachrichten-Ticker