TV-Tipp
Die Toten vom Bodensee: Blutritt

Mordanschläge auf eine Reiterin geben den ZDF-Kommissaren Rätsel auf. Was hat das Verbrechen mit dem Tod eines Zuchthengstes zu tun?

Montag, 07.09.2020, 00:01 Uhr
Marlene Stöhr (Stefanie von Poser) wird wie aus dem Nichts von einem Bolzen getroffen.
Marlene Stöhr (Stefanie von Poser) wird wie aus dem Nichts von einem Bolzen getroffen. Foto: Patrick Pfeiffer

Berlin (dpa) - Eine Frau fällt vom Pferd, doch von einem Unfall kann nicht die Rede sein. Die Reiterin ist mit einer Armbrust angeschossen worden.

Es ist nicht das letzte merkwürdige Geschehen in der elften Folge der Krimireihe «Die Toten vom Bodensee». Die Episode «Blutritt» läuft an diesem Montag um 20.15 Uhr im ZDF.

Marlene Stöhr (Stefanie von Poser) übersteht zwar dieses hinterhältige Attentat, muss aber in ein künstliches Koma versetzt werden. Wenige Tage zuvor erst ist ihr Sohn Oliver (Marlon Boess) in seine Heimat zurückgekehrt. Seine Familie hatte ihm vorgeworfen, am Tod seiner Patentante zumindest mitschuldig zu sein. Die Patin war vor einem Jahr bei einem Brand im Gestüt ums Leben gekommen, gemeinsam mit einem wertvollen Zuchthengst. Einen zweiten Anschlag überlebt Marlene nicht. Noch kurz vor ihrem Tod glaubt sie den vermeintlich verbrannten Hengst quicklebendig gesehen zu haben.

Die drei Kommissare Micha Oberländer (Matthias Koeberlin), Thomas Komlatschek (Hary Prinz) und Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) haben also alle Hände voll zu tun, den Mord aufzuklären und das offenbar lebende Pferd zu finden. Falsche Fährten und ebensolche Verdächtige gibt es dabei mehr als genug - es tauchen nämlich noch der Sohn der Patentante auf, Ferdinand Etlinger (Rafael Gareisen), und sein herrischer Vater Gernot (Falk Rockstroh).

Hannah hat obendrein mit sich und der zaghaften Annäherung an ihren geheimnisvollen Nacharn Raphael Stadler (Christopher Schärf) zu kämpfen, der ihr näher kommt, als sie offenbar zu ertragen vermag.

Autor Timo Berndt (53, «Friesland») und Regisseur Michael Schneider (54, «Die Schattenfreundin») haben diesen Krimi - wie schon einige zuvor aus dieser Reihe - gemeinsam inszeniert. Vielleicht ein wenig zu routiniert, denn der Charme der ersten Fälle ist leider weitgehend dahin. Das gilt auch für die früher oft eingefangene mystische Atmosphäre am Bodensee, der jetzt nur noch ganz am Rande vorkommt.

Selbst die Tradition des Blutritts dient hier allenfalls als kurzer Aufhänger für einen blutig endenden Ausritt. Dabei gilt er mit mehr als 3000 Pferden als größte Reiterprozession Europas und findet stets am Blutfreitag (direkt nach Christi Himmelfahrt) statt.

Die Geschichte um Betrug, Macht und Gier innerhalb einer Familie ist im Grunde ganz einfach, wird jedoch unnötig kompliziert und langatmig erzählt. Das scheint auf die Spielfreude der Schauspieler durchgeschlagen zu haben, die eher routiniert und wenig nuancenreich agieren. Vielleicht würde es künftigen Folgen besser bekommen, die privaten Verstrickungen der Ermittler herauszulassen und sich wieder ganz auf die Fälle zu konzentrieren.

© dpa-infocom, dpa:200903-99-415718/2

Nachrichten-Ticker