TV-Tipp
ZDF- Montagskrimi «Der Kommissar und die Wut»

Ein Kopfnicken an der roten Ampel, aufheulende Motoren, dann startet das illegale Autorennen. Raser nehmen in Kauf, dass Unbeteiligte sterben können. Der Film «Der Kommissar und die Wut».

Montag, 07.12.2020, 00:01 Uhr
Martin Brühl (Roeland Wiesnekker, r) stattet Oliver Froeling (Lucas Gregorowicz) einen Besuch ab.
Martin Brühl (Roeland Wiesnekker, r) stattet Oliver Froeling (Lucas Gregorowicz) einen Besuch ab. Foto: Oliver Vaccaro

Berlin (dpa) - So ein «Drecksraser» habe die Frau des Weinhändlers totgefahren, erzählt ein Mann aus einem Nachbar-Geschäft dem Berliner Kommissar Martin Brühl. Der Polizist ist nervös und kommt nicht so recht weiter mit seinen Ermittlungen.

Der Sohn eines Autohändlers mit riesigem Laden ist verschwunden, am zurückgelassenen Wagen werden Blutspuren entdeckt. Ein unbekannter Erpresser fordert per Telefon eine Million Euro. Und was hat das mit dem Weinhändler Oliver Froeling zu tun?

Im Krimi «Der Kommissar und die Wut», der am Montag um 20.15 im ZDF läuft, geht es um illegale Autorennen, um Schuld und Vertuschen. Der Film unter der Regie von Andreas Senn greift ein Thema auf, das immer wieder für Aufregung und Debatten in der Hauptstadt sorgt. Das Buch zu dem Streifen stammt von Christoph Darnstädt.

Rennen mit meist hochmotorisierten Karossen sind deutschlandweit seit Oktober 2017 eine Straftat und nicht mehr nur eine Ordnungswidrigkeit. Seitdem wurden allein in Berlin laut Ermittlern mehr als 1500 Verfahren eingeleitet. Doch die gefährliche Raserei hat nicht aufgehört.

Roeland Wiesnekker spielt einen Kommissar, der sich festgebissen hat an seinen Vermutungen und damit bei seinen Kollegen auf wenig Verständnis stößt. Zugleich zeigt Brühl Gefühl. Mit unterdrückter Fassungslosigkeit hört er sich die Meinung vom Vater des verschwundenen Tim Jatzkowski über den unbekannten Entführer an: «Das ist ein Vollidiot, das ist ein Dilettant, das ist Kinderkacke.» Der Kommissar entgegnet scharf: «Dilettanten sind gefährlicher als Profis, ich mach mir Sorgen um ihren Sohn.»

Tim, 19, sollte in zwei Wochen nach England, in eine Business School. Doch da wollte er wohl gar nicht hin, wie Mutter Britta Jatzkowski (Ulrike C. Tscharre) mit Vorwurf an ihren Mann leise sagt. Sie ist starr vor Angst und will nur ihren Sohn zurück. Vater Heiner (Benno Fürmann) mit Kontakten ins Clan-Milieu gibt sich hingegen cool, bezweifelt die Kompetenz der Polizei und meint, alles unter Kontrolle zu haben. Das Hochglanz-Eigenheim unterstreicht die Zerrissenheit der Familie. Die Eltern wissen nicht mehr viel über ihren Sprössling.

Inzwischen nimmt die Geschichte in einem Keller mit Weinregalen eine neue Wendung. Der Entführer zieht die Trump-Maske vom Gesicht und schleudert Tim (Aaron Hilmer) seine Verzweiflung und Wut über den Tod seiner Frau Camille entgegen. Lucas Gregorowicz spielt einen zu allem entschlossenen Weinhändler, der endlich herausfinden will, wer Camille totgefahren hat, als sie nach einem Elternabend bei Grün den Kurfürstendamm überqueren wollte.

Das Drama geht anders aus als erwartet. Es kommen noch Falschgeld, ein abgehackter Daumen und eine Entschuldigung vor. Ganz zum Schluss liegt ein entspannter Kommissar auf einem Holzsteg am Wasser.

© dpa-infocom, dpa:201203-99-553652/3

Nachrichten-Ticker