Das "Tatort"-Jahr 2021
Alpakas und (vorerst) ein Abschied

Die Dreharbeiten für die neuen Münster-Folge sind angelaufen, zum Auftakt des neuen Jahres sendet der MDR einen außergewöhnlichen Krimi aus der «Tatort»-Reihe. Dieser Mordfall aus Weimar wird vorerst der Letzte für 2021 sein.

Dienstag, 08.12.2020, 12:11 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 15:50 Uhr
Aktuell laufen die Dreharbeiten mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers für den neuen Münster-Tatort „Wer du wirklich bist“.
Aktuell laufen die Dreharbeiten mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers für den neuen Münster-Tatort „Wer du wirklich bist“. Foto: WDR /BAVARIA FICTION GmbH / Martin Menke

Der neue Münster-Tatort wird alternativ: Das Mordopfer Maik Koslowski, Gemüsebauer, Aktmodell und Verfechter von freier Liebe, war Teil einer Kommune, in der Kommissar Thiel und Professor Boerne nach dem Täter suchen. In „Wer du wirklich bist“ spannt Drehbuchautorin Elke Schuch zwischen Gruppenseminaren wie „Sexualität und Tantra” oder „Trommeln und Ekstase” eine Geschichte um die Bauwagensiedlung am Erlen-Hof und Koslowskis im Moorgebiet gefundene Leiche.

Selbstzweifel und Plagiatsvorwürfe

Jan Josef Liefers und Axel Prahl ermitteln in ihren Rollen zwischen verwirrenden Beziehungsgeflechten. Sie werden mit schnatternden Gänsen, neugierigen Alpakas Plagiatsvorwürfen und Selbstzweifeln konfrontiert. Um Licht ins Dunkel zu bringen, bittet Thiel seinen „Vadder“ um Hilfe: Er soll sich in der Kommune undercover umhören. Die Dreharbeiten für "Wer bist du wirklich" laufen noch bis zum 27. November. Ausgestrahlt wird der 39. Fall von Kommissar Thiel und Prof. Boerne im nächsten Jahr im Ersten. 

Der 'Tatort Weimar' pausiert in der Herstellung wegen coronabedingter Drehverschiebungen.

Münster war auch Schauplatz des vergangenen Neujahrs-Tatorts. Im Januar 2020 starb in "Das Team" die Münster-Ermittlerin Nadeshda Krusenstern, gespielt von Friederike Kempter. Damit stieg sie nach 17 Jahren bei dem beliebten Ermittlerteam aus. Auch 2021 beginnt mit einem außergewöhnlichen Krimi - diesmal aus Weimar.

Auftakt mit anschließender Pause

Das Ermittlerteam um Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) wird das restliche Jahr aber nicht mehr im "Tatort"-Programm zu sehen sein. Von der MDR-Pressestelle heißt es nur, man wolle noch nicht viel verraten: "Der 'Tatort Weimar' pausiert in der Herstellung wegen coronabedingter Drehverschiebungen." 2022 solle es weiter gehen und man freue sich, dass die Folge "Der feine Geist" das Jahr 2021 eröffne. 

Es ist der elfte Weimar-Krimi seit Ende 2013 und das dritte Mal - nach 2015 und 2019 - dass das Weimarer Duo Lessing und Dorn auf dem Sendeplatz am 1. Januar dran ist. Neujahr fällt diesmal auf einen Freitag. In "Der feine Geist" werden die Ermittler zeugen eines Mordes vor einem Juwelierladen in der Weimarer Innenstadt. Sie verfolgen den Täter, der nach einem Schusswechsel in der Parkhöhle entkommt. Lessing wird dabei verletzt.

So wird das „Tatort“-Jahr 2021

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  • WEIMAR: Neujahr geht es los mit dem Krimi „Der feine Geist“ mit Nora Tschirner (l.) und Christian Ulmen (r.). Mitten am Tag wird vor einem Juwelierladen ein Geldbote des Sicherheitsunternehmens Geist Security ermordet. Laut MDR ist in dem Fall nichts so wie es scheint. Der Sender betont: „Der "Tatort" Weimar pausiert 2021 in der Herstellung wegen coronabedingter Drehverschiebungen.“ Es gehe erst 2022 weiter. Mehr wolle man über den Geist erstmal nicht verraten.

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • KÖLN: Drei Köln-Krimis kommen - die Fälle 80 bis 82 des Duos vom Rhein. Im Film „Der Tod der Anderen“ (10. Januar) wird Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär, links im Bild) von einer verdächtigen Hotelbesitzerin als Geisel genommen, der zweite Film („Brennen sollst Du“) führt in die Welt der Obdachlosen und zu deren Überlebenskampf, nachdem eine Frau unter einer Brücke im Schlaf angezündet wurde. Der dritte Film kommt laut WDR erst nach der Sommerpause.

    Foto: WDR/Uwe Stratmann
  • MÜNCHEN: 30 Jahre sind die Münchner Ermittler Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec (r.) und Udo Wachtveitl (l.)) Anfang 2021 im Einsatz beim Münchner „Tatort“. Ihr erster Fall war am 1. Januar 1991 zu sehen. Laut Bayerischem Rundfunk (BR) werden ihre drei Krimis fürs zweite Halbjahr 2021 erst im Frühjahr und Sommer gedreht. Der schon abgedrehte Fall „Kehraus“, bei dem es wegen Corona zu Verzögerungen kam, soll für die Faschingszeit 2022 aufbewahrt werden. 

    Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller
  • STUTTGART: Im Krimi „Das ist unser Haus“ (17. Januar) von Regisseur Dietrich Brüggemann spielt unter anderem Heinz Rudolf Kunze mit. Lannert und Bootz (Richy Müller (l.) und Felix Klare (r.)) sind mit einer Baugemeinschaft konfrontiert, in deren Grube eine Leiche gefunden wird. Im zweiten Stuttgart-Krimi 2021 geht es dann um ein heimlich aufgenommenes Video: Ist das einvernehmlicher Sex oder eine Vergewaltigung?

    Foto: SWR/Maor Waisburd
  • HAMBURG & UMGEBUNG: Das Team Falke und Grosz (Wotan Wilke Möhring (r.) und Franziska Weisz (l.)) ermittelt in „Tödliche Flut“ (24. Januar) ausgehend von dubiosen Immobiliendeals auf der Nordseeinsel Norderney. Im zweiten Fall nach dem Sommer geht es dann um russische Waffenhändler.

    Foto: NDR/Cinecentrum/Katinka Seidt
  • DORTMUND: Neu ins WDR-Team im Ruhrgebiet kommt Stefanie Reinsperger (2.v.l.). In ihrer Rolle als Rosa Herzog ermittelt sie künftig an der Seite von Peter Faber (Jörg Hartmann (1.v.l.)), Martina Bönisch (Anna Schudt (1.v.r.)) und Jan Pawlak (Rick Okon (2.v.r.)). Der erste Fall mit ihr dreht sich um Rassismus, Polizeigewalt und sogenannte Fake News.

    Foto: WDR/Thomas Kost
  • BREMEN: Im Frühjahr - wahrscheinlich Pfingstmontag (24. Mai) - startet das neue Bremer Team: Jasna Fritzi Bauer (31, links im Bild) und Dar Salim (43, Mitte). Im ersten Fall geht es laut Radio Bremen um ein entführtes Baby. Bauer verkörpert Liv Moormann aus Bremerhaven, die sich bei der Mordkommission beweisen möchte. Salim spielt den Dänen Mads Andersen, der als Angestellter im Polizeidienst mit eingeschränkten Befugnissen arbeitet. Zum Team gehört auch Luise Wolfram (33, rechts im Bild), die schon in einigen Folgen des alten Bremer „Tatorts“ als eigenwillige BKA-Ermittlerin Linda Selb mitwirkte. Der zweite Fall für Ende 2021 soll im April gedreht werden.

    Foto: Radio Bremen/Matthias Hornung
  • MÜNSTER: Im Frühjahr wird im 39. „Tatort“ mit Thiel und Boerne (Axel Prahl (r.) und Jan Josef Liefers (l.)) ein Toter im Moor gefunden. Schnell scheint klar, dass es die Leiche eines Gemüsebauern ist, der als Verfechter von freier Liebe auch Tantra-Seminare gab. Thiel bittet seinen „Vadder“ (Claus D. Clausnitzer), sich undercover in der Kommune umzuhören. Der 40. Münster-„Tatort“ seit dem Jahr 2002 ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

    Foto: WDR/Markus Tedeskino
  • ZÜRICH: Im Schweizer „Tatort“ im Frühjahr, dem zweiten Fall aus Zürich, wird der Patron einer Schokoladenfabrik ermordet. Der Fall führt Tessa Ott (Carol Schuler (l.)) zurück in jenes Reichenviertel, in dem sie aufwuchs und aus dem sie lieber floh. Der zweite Schweizer Fall des Jahres führt dann laut SRF in die avantgardistische Kunstszene. 

    Foto: dpa/KEYSTONE | Walter Bieri
  • DRESDEN: Im elften Fall des Sachsen-Teams mit dem Titel „Rettung so nah“ geht es um den Mord an einem Rettungssanitäter während eines Einsatzes. Die Dreharbeiten waren Ende März wegen Corona unterbrochen worden und dann im Herbst beendet worden. Im weiteren Dresdner Fall 2021 geht es dann um einen Stalker - der Fall berührt womöglich die Vergangenheit von Oberkommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski (l.)).

    Foto: MDR/MadeFor/Hardy Spitz
  • SAARBRÜCKEN: Der zweite Fall der neuen Saar-Kommissare Schürk und Hölzer (Daniel Sträßer (l.) und Vladimir Burlakov (r.)) mit dem Arbeitstitel „Der Herr des Waldes“ wurde ab Juni statt April gedreht und wird laut SR am Ostermontag (5. April) im Ersten gezeigt.

    Foto: SR/Manuela Meyer
  • KIEL: Der NDR nennt ihn einen der „der unheimlichsten Mörder“ in der „Tatort“-Geschichte, den von Lars Eidinger verkörperten Kai Korthals. Zweimal schon hat „Der stille Gast“ Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg, links) herausgefordert. Das war 2012 und 2015 zu sehen. Im dritten Krimi gelingt ihm nun die Flucht aus der Psychiatrie, in der er Fanpost von Frauen erhalten hat. Sind diese Verehrerinnen nun in Gefahr? Vorher gibt es noch einen Fall mit dem Titel „Borowski und die Angst der weißen Männer“ - wahrscheinlich am 7. März anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März.

    Foto: NDR/Christine Schroeder
  • WIEN: Zwei Austro-„Tatorte“ gibt es wieder. Im einen Fall (Arbeitstitel „Verschwörung“) stirbt ein Ministeriumsreferatsleiter beim Joggen, ein merkwürdiger Immobiliendeal kommt ans Licht und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer (l.)) wird suspendiert, weil er sich mit den Falschen anlegt. Im anderen Fall (Arbeitstitel „Die Amme“) haben es Krassnitzer und Adele Neuhauser (r.) mit einer toten Prostituierten, einem verschwundenen Kind und einem Serienmörder zu tun.

    Foto: ARD Degeto/ORF/Superfilm/Philipp Brozsek
  • FRANKFURT AM MAIN: Zwei neue Krimis mit Janneke und Brix (Margarita Broich (l.) und Wolfram Koch (r.)) sind laut HR 2021 im Programm. Im einen Fall wird der Sohn eines Wirtschaftsanwalts von einem Golfplatz weg entführt. Im anderen Fall kommt eine junge Schriftstellerin zu Tode. Liefert der Debütroman der 19-Jährigen Anhaltspunkte?

    Foto: HR/Degeto/Bettina Müller
  • BERLIN: Im zweiten Quartal kommt der Fall „Die dritte Haut“ über die Entmietung eines Berliner Mietshauses, im Herbst der Film „Teufelskind“. Nach den beiden Fällen steht Meret Becker laut RBB noch für einen „Tatort“ vor der Kamera. Der letzte Fall mit ihr soll im Frühjahr 2022 zu sehen sein. Im Herbst 2022 ermittelt Robert Karow (Mark Waschke (l.)) solo in einem Fall. 2023 im Frühjahr soll dann der erste Berlin-„Tatort“ mit Corinna Harfouch an Waschkes Seite kommen.

    Foto: rbb/Frédéric Batier
  • WIESBADEN: Lars Eidinger ist auch hier dabei, wenn es (Arbeitstitel) „Murot und das Prinzip Hoffnung“ heißt. Ulrich Tukur ermittelt in diesem Fall rund um den Tod eines früheren Philosophieprofessors, bei dem auch seine Figur Felix Murot studiert hat und der zuletzt nach einer Familientragödie auf der Straße lebte.

    Foto: HR/Katrin Denkewitz
  • LUDWIGSHAFEN: In einem Fall namens „Hetzjagd“ geht es um einen Mord, bei dem ein Mann aus der rechten Szene in Verdacht gerät, dessen Freundin ausgerechnet Hilfe von der Freundin des Ermordeten erfährt. Im zweiten Lena-Odenthal-„Tatort“ mit Ulrike Folkerts (r.) geht es um den Mord an einem Kioskbesitzer.

    Foto: SWR/Sabine Hackenberg
  • SCHWARZWALD: Im Fall „Was wir erben“ (laut SWR im Frühjahr) mit Tobler und Berg (Eva Löbau 8l.) und Hans-Jochen Wagner (r.)) fällt die Patriarchin einer Unternehmerfamilie gerade dann die Treppe hinunter, als sie ihrer Familie eine Testamentsänderung angekündigt hat. Erben soll die Haushälterin. Ein zweiter Fall wird für Ende 2021 geplant.

    Foto: SWR/Benoit Linder
  • GÖTTINGEN: Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler (r.)) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba (l.)) haben es in ihrem Fall - laut NDR erst nach der Sommerpause - mit der Vergewaltigung und Ermordung der Studentin Mira zu tun. Steckt ein Serientriebtäter dahinter?

    Foto: picture alliance/dpa | Swen Pförtner
  • MAINZ: Die Dreharbeiten zum dritten „Tatort“ mit Heike Makatsch sind laut SWR abgeschlossen, auch wenn sie coronabedingt verschoben worden waren. Der Film kommt wohl erst im zweiten Halbjahr. Ellen Berlinger (Makatsch (r.)) und ihr Kollege Martin Rascher (Sebastian Blomberg (l.)) ermitteln im Fall eines erschossenen Tankwarts. Weiß die blinde Zeugin Rosa Münch (Henriette Nagel) mehr als sie sagt?

    Foto: Julia Terjung/SWR/ARD/dpa
  • FRANKEN: Mitte März 2020 wurden die Dreharbeiten für den Film „Wo ist Mike?“ coronabedingt unterbrochen. Damit die Anschlüsse jahreszeitlich funktionieren, wurden die fehlenden zehn Drehtage erst im November in Bamberg und Umgebung nachgeholt. In dem Krimi geht es um einen verschwundenen Fünfjährigen. Drei Tage lang dachten seine getrennt lebenden Eltern, dass ihr Sohn beim anderen ist. Nun verdächtigt die Mutter den Vater und der Vater die Mutter. Es ist der siebte Franken-„Tatort“ mit Dagmar Manzel (r.) und Fabian Hinrichs (l.).

    Foto: Felix Cramer/Moss Film/BR/dpa
  • HAMBURG: Stand Ende 2020 befindet sich ein neuer Hamburg-„Tatort“ mit Nick Tschiller (Til Schweiger (r.)) und Fahri Yardim (Yalcin Gümer (l.)) laut NDR in der Entwicklung: „Ein Dreh ist derzeit nicht terminiert.“

    Foto: NDR/Marion von der Mehden/dpa

Ansonsten bringt der Tatort 2021 viel Neues: Beim WDR tritt eine neue Kommissarin im Dortmund-Team an, Radio Bremen schickt wahrscheinlich an Pfingsten ein ganz neues Trio ins Rennen und vom SWR soll der dritte «Tatort» mit Heike Makatsch kommen.

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