TV-Tipp
«Wilsberg»-Krimi «Nackt im Netz» bei ZDFneo

Eine ganz besondere Klientin: Der Hobbydetektiv aus Münster muss diesmal seiner Nichte aus der Patsche helfen. Ein One-Night-Stand von ihr wurde heimlich gefilmt - Stoff für viele Verstrickungen.

Mittwoch, 09.12.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 00:04 Uhr
Die Wilsberg-Team betritt getarnt den Serverstandort: Ekki (Oliver Korittke, l-r), Alex (Ina Paule Klink) und Wilsberg (Leonard Lansink).
Die Wilsberg-Team betritt getarnt den Serverstandort: Ekki (Oliver Korittke, l-r), Alex (Ina Paule Klink) und Wilsberg (Leonard Lansink). Foto: Thomas Kost

Berlin (dpa) - Wilsberg und Ekki können ihren Augen kaum trauen: Alex, die Nichte des Hobbydetektivs aus Münster, ist doch tatsächlich Hauptdarstellerin in einem Sexfilm. Jedoch geschah das wider Willen.

Ihr One-Night-Stand wurde heimlich gefilmt und ins Netz gestellt. Bevor Alex' prüder Chef aus der Kanzlei das Filmchen entdecken kann, sollen sich der Detektiv und sein Helfer des Falles annehmen. Für Leonard Lansink alias Georg Wilsberg und Oliver Korittke als Ekki Talkötter bedeutet das eine doppelte Rechercheaufgabe: Sie müssen in dem Krimi «Nackt im Netz» von 2014, der am Mittwoch um 20.15 Uhr auf ZDFneo als Wiederholung läuft, nicht nur den Übeltäter finden.

Die zweite wichtige Frage lautet: Wo steht der Internetserver, auf dem der Film liegt? Nur wenn sie das herausfinden, können sie Alex (Ina Paule Klink) weitere Peinlichkeiten zu ersparen. Wilsberg übernimmt die Suche nach der nächtlichen Bekanntschaft von Alex. Die muss sich in der Zwischenzeit mit den Anzüglichkeiten ihrer Kanzlei-Kollegen herumplagen, die den Amateurfilm gesehen haben.

Und es kommt noch dicker für Alex: Zwar findet Wilsberg ihren Partner aus dem One-Night-Stand, doch liegt besagter Lennart da schon tot im Bett. Erschlagen. Das ruft nicht nur Kommissarin Anna Springer (Rita Russek) und deren Kollegen Overbeck (Roland Jankowsky) auf den Plan - sondern macht Alex zur Verdächtigen. Wütend genug war sie jedenfalls: «Ich könnte ihm den Schädel einschlagen», hatte sie Wilsberg noch entgegengeschmettert.

Ekki schleicht sich auf der Suche nach dem Server derweil beim Inhaber der Firma ein, die die Erotikfilme mit den nichtsahnenden Hauptdarstellerinnen produziert. Denn nicht nur Alex ist auf den Casanova hereingefallen. «Es geht darum, Frauen dokumentarisch dabei zu beobachten, wie sie Sex mit Lennart haben», erklärt der Inhaber der Filmfirma «Diskretvision» gegenüber Kommissarin Springer. Die Polizistin findet für sein Treiben etwas andere Worte: «Das ist für Sie sowas wie "Verstehen sie Spaß?" - nur mit Arsch und Titten.»

Der Fall ist etwas schlüpfrig. Da muss sich Kommissarin Springer schon beklagen, dass Wilsberg ständig über «ermordete Nutten, Zuhälter und Lokalpolitiker» stolpert. Immerhin sei er noch nicht neben einem toten Callboy aufgewacht, kontert Wilsberg.

Solche schlagfertigen Dialoge machen «Nackt im Netz» zu einer sehenswerten Folge. Auch die Nebenhandlungen salzen diesen Wilsberg mit der nötigen Prise Humor: So beißt sich Ekki bei der Buchhalterin von «Diskretvision», Frau Wandchen (Bernadette Heerwagen), auf ungeplant romantische Weise die Zähne aus. Zumindest, was seinen vorgeschobenen Grund - eine Steuerprüfung - angeht.

Und der unsympathische Overbeck will - natürlich rein aus Ermittlungszwecken - alle Filmchen des Sexfilmunternehmens in Nachtschichten sichten. Schließlich hätten alle unfreiwilligen Darstellerinnen ein Motiv, verteidigt er seine Überstunden.

© dpa-infocom, dpa:201207-99-600311/3

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