Kinemathek
Fassbinder Center mit Nachlass des Regisseurs eröffnet

Er gilt als einer der bedeutendsten Filmemacher der Nachkriegszeit. Neben zahlreichen Schriften sind jetzt sein legendäres Ledersofa und sein Flipperautomat in Frankfurt ausgestellt.

Montag, 20.05.2019, 17:03 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 17:06 Uhr
Fotokisten im Fassbinder Center.
Fotokisten im Fassbinder Center. Foto: Arne Dedert

Frankfurt/Main (dpa) - Für Rainer Werner Fassbinders Schriften waren mehr als 180 Archivboxen notwendig: Seit Montag ist der Nachlass des Filmregisseurs (1945-1982) im DFF Fassbinder Center in Frankfurt zugänglich. Deutsches Filminstitut und Deutsches Filmmuseum (DFF) eröffneten dort gemeinsam das Zentrum.

Der Nachlass des früh gestorbenen Fassbinders, der mit Filmen wie «Die Ehe der Maria Braun» und «Lili Marleen» als einer der bedeutendsten Filmemacher der Nachkriegszeit gilt, wurde mit Hilfe von Hessischer Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder angekauft. Auch die Stadt Frankfurt hat sich beteiligt.

Der Regisseur hat zahlreiche Drehbücher, Finanzierungspläne, Drehpläne, Verträge, Produktionsakten und Korrespondenzen hinterlassen. Auch Fassbinders legendäres Ledersofa und sein Flipperautomat haben als Dauerleihgaben eine neue Heimat in Frankfurt gefunden.

Die Eröffnung nutzten das Filmmuseum und Filminstitut zugleich zur Feier ihres 70-jährigen Bestehens. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte das DFF als «filmisches Gedächtnis» der Bundesrepublik, das zugleich herausragende Bildungsarbeit leiste.

Das DFF, 1949 in Wiesbaden als Deutsches Institut für Filmkunde gegründet, zählt zu den ältesten Einrichtungen der Filmwissenschaft in Deutschland. Zusammen mit dem Bundesarchiv und der Stiftung Deutsche Kinemathek kommt ihm bei der Bewahrung von Originalmaterialien aus allen Epochen der Filmgeschichte die Aufgabe einer nationalen Kinemathek zu.

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