„Die Hochzeit“: Oberpeinlich
Alte Freunde am Sarg

Seine Fans lieben ihn, seine Kritiker möchten die Filme Til Schweigers am liebsten gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Als „Tatort“-Darsteller setzt er vorwiegend auf Action, in Schweigers Kinofilmen hingegen dominiert ein Humor, der nicht jedem gefällt.

Donnerstag, 23.01.2020, 13:20 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 16:44 Uhr
Wir verraten es: DJ Thomas (Til Schweiger) wird Linda (Stefanie Stappenbeck) heiraten.
Wir verraten es: DJ Thomas (Til Schweiger) wird Linda (Stefanie Stappenbeck) heiraten.| Foto: Warner Bros.

Was prahlerisch als „Die Hochzeit“ angekündigt wird, ist die Fortsetzung der peinlichen Komödie „Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken“, die mit 1,3 Millionen Besuchern weit hinter den Erwartungen von Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Til Schweiger zurückblieb, der sonst mit seinen Machwerken zwischen vier und sieben Millionen Besucher einfährt. Also wurde der vorgesehene Titel „Klassentreffen 2.0“ in „Die Hochzeit“ geändert.

An der Oberpeinlichkeit dieses Filmchens ändert das nichts. Zu bemerken ist noch, dass der Schweiger-Fabrik blödsinniger Komödchen offensichtlich die Einfälle ausgehen, wenn wieder ein Vorbild geplündert wird, in diesem Fall der mittlere Teil der dänischen Trilogie „Klassenfesten“. Sei’s drum.

Der obereitle DJ Thomas (Schweiger) will endlich seine Linda (Stefanie Stappenbeck) heiraten, muss aber am Tag vor der Hochzeit mit den Freunden Andreas (Milan Peschel) und Nils (Samuel Finzi) zur Beerdigung von Kumpel Torben (Thomas Heinze) und hat zu allem Überfluss Lindas Tochter Lilli (aus der Schweiger-Familie: Lilli Schweiger) im Gepäck. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen.

Von Komik („Eine Hochzeit“, „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) weit entfernt, pendelt der Schweiger-Kosmos filmischer Abfälle zwischen obszönen Einfällen, vulgären Anfällen und dramaturgischen Zufällen. Letztere werden durch das Schnitt-Staccato überspielt, damit es nicht auffällt.

Bewertung

"Die Hochzeit". Komödie von Til Schweiger, mit Til Schweiger, Milan Peschel, Samule Finzi (1 Std. 59 Min.)

Bewertung: 1 von 5 Sternen.

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Erwähnt sei pars pro toto die Schändung eines geschlossenen Sargs, bei der sich die Feder sträubt, weiterzuschreiben. Oberalte Hüte sind Schafe auf der Straße, ein Auto im Schlamm oder die rote Torte auf dem bald auch zerrissenen Hochzeitskleid. Der ärgerliche bis obszöne Brachialhumor wird auch durch diesen schlechten Slapstick nicht gerettet. Finger weg.

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