„Big Sky”: Mäßige Thrillerserie vom „Big Little Lies”-Macher
Der Trucker schläft bei Mama

Cody war mal mit Jenny zusammen. Jetzt ist er mit Cassie unterwegs. Gemeinsam ermitteln sie in einem Kriminalfall – der zwar vom Serien-Zampano David E. Kelley stammt, aber nicht so richtig überzeugt.

Donnerstag, 04.03.2021, 11:40 Uhr
Jenny (Katheryn Winnick) erträgt es kaum, dass ihr Ex jetzt mit seiner Kollegin herumpoussiert.
Jenny (Katheryn Winnick) erträgt es kaum, dass ihr Ex jetzt mit seiner Kollegin herumpoussiert. Foto: Sergei Bachlakov/ABC

David E. Kelley ist einer der versiertesten Serienschöpfer überhaupt: Er hat die Anwaltsserien „L.A. Law“ und „Practice“ erfunden, später „Ally McBeal“ und zuletzt den ziemlich tollen Ensemblekrimi „Big Little Lies“ mit Nicole Kidman und Reese Witherspoon. Aber auch ein Großmeister wie er liefert zwischendurch mal Durchschnittsware ab – zum Beispiel jetzt mit „Big Sky“, einer relativ unausgegorenen Mischung aus Thriller, Dreiecksromanze und Kleinstadtporträt auf allerdings sehr verwehten Spuren von „Twin Peaks“.

Der Fall, um den es eingangs geht, dreht sich um zwei verschwundene Teenager. Die Ermittlungen in dem Provinzkaff in Montana nehmen auf: Ex-Cop und Privatschnüffler Cody Hoyt (Ryan Phillippe, „Gosford Park“), seine Kollegin Cassie Dewell (Kylie Bunbury, „When They See Us“) und, ausgerechnet, Codys Ex Jenny (Katheryn Winnick, „Vikings“), die es so wenig ertragen kann, dass Cody jetzt mit Cassie herumpoussiert, dass in der Pilotfolge sogar die Fäuste fliegen. Was die erhitzten Drei aufzuklären suchen, haben die Zuschauer derweil längst gesehen: Ein Trucker mit Mutterkomplex hat die Mädchen entführt.

Trotz einiger halbwegs überraschender Wendungen kommt die im Tonfall wacklige Serie in den ersten Episoden nicht richtig in die Spur ­– sie taugt eher als Trash-Vergnügen für zwischendurch. Auch schauspielerisch ist das Ergebnis uneben, vor allem der stets verlässliche John Carroll Lynch („The Founder“) ragt als Polizist mit Geheimnis heraus.

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