Neues mit Jean Dujardin: „Monsieur Killerstyle“ und OSS 117, Teil 3
Die mordende Lederjacke

Jean Dujardin brilliert in einer schwarzen Komödie als Sonderling, der durch eine sprechende Wildlederjacke mit Fransen zum Serienmörder wird.

Donnerstag, 08.04.2021, 13:02 Uhr
Georges (Jean Dujardin) hat nicht nur seine sagenhafte Jacke, sondern auch Denise (Adèle Haenel) um sich.
Georges (Jean Dujardin) hat nicht nur seine sagenhafte Jacke, sondern auch Denise (Adèle Haenel) um sich. Foto: Copyright atelier de production

Mit dem Branntwein und der Weinbauerfamilie hat er nur den Namen gemein. Jean Dujardin ist Frankreichs charmantester Leinwandstar, der von Komik bis zur Charakterstudie eine großartige Palette als Galliens bester Schauspieler beherrscht. Der 1972 als guter Jahrgang geborene Dujardin begann als Stand-up-Comedian, reifte in Komödien und brachte es in einer fulminanten stummen Rolle in „The Artist“ mit diesem entwaffnenden Lachen 2012 zum Oscar,

In der Komödie „Monsieur Killerstyle“ von Quentin Dupieux („Die Wache“) gibt er sich als Sonderling. Georges hat in der Midlife Crisis 7500 Euro für eine Second-Hand-Jacke aus 100 Prozent Wildleder verpulvert, ist von der Gattin rausgeworfen worden und lungert im Hotel, als die Fransen-Jacke zu sprechen beginnt: Sie will die einzige ihrer Art auf der Welt sein.

Von Kellnerin und Hobby-Cutterin Denise (Adèle Haenel) begleitet, die ihn mit dem Camcorder filmt, beginnt Georges ein Leben als Serienmörder. Astreiner schwarzer Humor, absurde Groteske und nach 77 Minuten mit einer bösen Pointe vorbei. Sicher nicht Dujardins bester Film. Dafür erweitert er sein Schauspielspektrum und gibt sich minimalistisch wie in Kaurismäki-Filmen der Liebe zu diesem Ding hin und hält Zwiegespräche im Spiegel. Urkomisch.

Nach „The Artist“ war Dujardin integrer Untersuchungsrichter in „Der Unbestechliche – Mörderisches Marseille“ und lieferte in Roman Polanskis Meisterwerk „Intrige“ um die Affäre Dreyfus eine sagenhafte Leistung als Geheimdienstoffizier, der eine Verschwörung entdeckt, die seine Überzeugung verändert.

Erfolgreich und populär werkelt Dujardin in seiner Paraderolle als Agent in den 007-Parodien „OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“ und „OSS 117 – Er selbst ist sich genug“, in denen er als dämlicher Geheimdienstler mit fröhlichem Rassismus und fröhlichem Sexismus in jedes Fettnäpfchen tritt und Lachstürme erzeugt. Wunderbar politisch inkorrekt. Klar, dass er es im dritten Teil „OSS 117 – Alarm in Schwarzafrika“ den schwarzen Afrikanern zeigen wird. Ab 4. August. Darauf einen Dujardin!

        

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