Kultur
Carolyn Christov-Bakargiev und die Einsamkeit

Hamburg (dpa) - Die Chefin der diesjährigen documenta in Kassel, Carolyn Christov-Bakargiev (55), hat während der Kunstausstellung auch Einsamkeit gespürt.

Donnerstag, 20.12.2012, 12:13 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 20.12.2012, 12:13 Uhr

«Es war großartig, dass ich mich mit so vielen Menschen austauschen konnte, die nicht aus der Kunst kommen», sagte sie dem Kunstmagazin «art». «Wie eine gigantische Universität! Das macht einen allerdings auch einsam. Es gibt dann nicht mehr so viele, die einem noch folgen können.»

Geärgert hat sie sich über sarkastische Reaktionen auf ihre Forderung nach einem «Wahlrecht für Erdbeeren»: «Dass die Teilhabe von nichtmenschlichen Spezies so abwertend behandelt wurde, zeigt, dass manche noch einer katholisch oder allgemein religiös-monotheistisch geprägten Haltung verhaftet sind, die den Menschen zwanghaft im Mittelpunkt sehen müssen.»

Vom Magazin «ArtReview» war Christov-Bakargiev im November zum einflussreichsten Menschen im internationalen Kunstbetrieb 2012 gewählt worden. «Dass ich als Frau auf Platz eins bin, sehe ich als Fortschritt im Sinne der Geschlechterverhältnisse», sagte die US-amerikanisch-italienische Kunsthistorikerin. Über ihre Zukunftspläne blieb sie vage: «Es kann sein, dass ich danach etwas ganz anderes mache, als man sich jetzt vielleicht vorstellt.»

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1356839?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F947961%2F
Nachrichten-Ticker