Kultur
Eidgenossen stolz auf erneuten DSDS-Sieg

Basel (dpa) - Wenn das keinen Freudentaumel wert ist: Erst Luca Hänni, nun Beatrice Egli. Zwei Eidgenossen-Siege bei «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) im Abstand von nur einem Jahr.

Montag, 13.05.2013, 13:45 Uhr

«Die Sensation ist perfekt», jubelte die Boulevardzeitung «Blick» schon 2012 über den Hänni-Triumph bei DSDS . Nun, nach dem Egli-Sieg, steht für das Blatt fest: «Deutsche lieben Schweizer ».

Vergessen scheinen die Nörgeleien aus Richtung des «großen Kantons», wie man Deutschland gern etwas spöttisch nennt. Verziehen die Drohungen des SPD-Politikers Peer Steinbrück, den Alpenindianern eins von der Teutonen-Kavallerie aufs Haupt geben zu lassen, wenn sie im Steuerstreit nicht klein beigeben. Hoeneß? Schwarzgeld? Der Krach um den Fluglärm vom Zürcher Airport, über den sich Südbaden empört?

Bitte nicht an einem solchen Tag des Triumphs, nach einem so «verrückten Wochenende im deutschen Fernsehen» - das zu schauen man mal ganz ohne Scham eingestehen durfte. Wenn eine Eidgenossin wie Beatrice Egli (24), Schlagersängerin, Friseuse und Metzgertochter aus dem urschweizer Kanton Schwyz, bei DSDS triumphiert, können Deutsche nicht so übel sein, wie man in letzter Zeit öfter gemeint hatte.

Und damit ja nicht genug. Einen Abend vor der Schwyzer Beatrice bei RTL siegte die zwölfjährige Michèle aus Lampenberg im Kanton Basel-Land in der Nachwuchs-Castingshow «The Voice Kids» bei Sat.1. Den Doppelerfolg fasste die «Basler Zeitung» so zusammen: «Schweizer singen schöner».

Obendrein gab es am Sonntag einen großen Auftritt des DSDS-Siegers vom Vorjahr. Und zwar in einer - laut «Blick» - «Kultshow» des deutschen TV, dem ZDF-Fernsehgarten. Frauen im Publikum hätten euphorisch «We Love Luca »-Schilder in die Luft gehalten. Klar, der 18-jährige Berner Bursche «hatte sie alle im Sack».

Und dann auch noch Francine Jordi (eigentlich Francine Lehmann). Bei Carmen Nebel (ZDF) hat sich die 35-Jährige aus Richigen bei Worb im Kanton Bern mit ihrem Hit «Frag den Abendwind» in die Herzen gesungen. Samt «Muttertagsüberraschung». Denn die Mama saß im Saal und war zu Tränen gerührt, wie das Nebel-Publikum vermutlich auch. Die Schweizer Gesangstriumphe bei den Nordnachbarn stimmen auch die «Neue Zürcher Zeitung» optimistisch: «Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz mag in aviatischen und fiskalischen Fragen leicht belastet sein, was die musikalische Harmonie angeht, könnte es aber nicht schöner florieren, zumindest aus Schweizer Sicht...»

Die Zeitung durchschaut allerdings Eglis Siegertrick: Sie habe sich «primär deutschen Liedguts» bedient. Aus «germanischer Feder» stamme ja auch ihr Siegersong «Mein Herz» - «vom mit allen Wässerchen gewaschenen Songgenerator Dieter Bohlen». Wieso die Chemie zwischen dem deutschen Chefjuror und ihr stimmt, verriet Egli dem «Blick»: «Er ist ein sehr korrekter Mensch, aber auch total musikalisch.»

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