Kultur
Epos über den Opiumkrieg: «Der rauchblaue Fluss»

München (dpa) - Amitav Ghosh gehört zu den großen Autoren Indiens. In seinen Romanen entfaltet er fabelhafte historische Gesellschaftsporträts. «Der Glaspalast», mit dem ihm sein Durchbruch als Autor gelang, war eine Familiensaga in Birma.

Mittwoch, 12.12.2012, 14:35 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.12.2012, 14:35 Uhr

«Das mohnrote Meer» schilderte das Schicksal indischer Schiffsflüchtlinge. Deren Geschichte wird nun in dem neuen Roman «Der rauchblaue Fluss» fortgeschrieben. Die Flüchtlinge sind inzwischen im chinesischen Kanton angekommen. Am Perlfluss floriert der Opiumhandel. Vor allem britische Kaufleute machen das große Geschäft. Doch als der chinesische Kaiser den Handel mit dem Rauschgift verbieten will, spitzt sich die Lage zu. Vor diesem historischen Hintergrund lässt Ghosh eine Vielzahl von Personen agieren, vor allem den indischen Kaufmann Bahram Modi , der sich vom Opiumhandel sein großes Glück verspricht.

Ghosh schildert den Opiumkrieg aus für uns ungewohnter, weil asiatischer Perspektive. Mit «Der rauchblaue Fluss» ist ihm ein farbensattes Buch von großer Erzählkunst gelungen.

Amitav Ghosh: Der rauchblaue Fluss. Blessing Verlag, München, 720 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-89667-360-2 - Claudia Weiss: Scharlatan. Hoffmann und Campe , Hamburg , 575 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-45540-377-0

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