Kultur
Hamburg verteidigt Weiterbau der Elbphilharmonie mit Hochtief

Hamburg (dpa) - Ungeachtet des Verzichtes auf mögliche Schadenersatzforderungen hat die Stadt Hamburg den Vertrag zum Weiterbau der Elbphilharmonie mit Hochtief verteidigt.

Freitag, 10.05.2013, 15:52 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 10.05.2013, 15:48 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 10.05.2013, 15:52 Uhr

«Der Senat hat sich daher dazu entschlossen, einen Weg einzuschlagen, der mit wesentlich geringeren, auch finanziellen, Risiken für die Stadt verbunden ist», sagte der Sprecher der Kulturbehörde, Enno Isermann , am Freitag der dpa. Er reagierte auf einen Bericht von « Spiegel Online », wonach die Stadt auf erhebliche Schadensersatzforderungen gegenüber dem Baukonzern-Hochtief verzichtet. Das gehe aus vertraulichen Aufsichtsratsunterlagen der städtischen Planungsgesellschaft ReGe hervor, die «Spiegel Online» vorliegen.

Demnach bezifferte die ReGe-Führung die Ansprüche gegenüber Adamanta, dem Baukonsortium aus Hochtief und Commerzbank, Anfang Dezember 2012 auf «insgesamt ca. 244 Millionen Euro». Dabei handele es sich vor allem um die erhebliche Baukostensteigerung plus Kosten für den Baustillstand. Nach diesen Unterlagen ging die ReGe davon aus, die Elbphilharmonie zu einem deutlich günstigeren Preis in Eigenregie fertigstellen zu können, wenn man eine «Quote der Schadensdurchsetzung von 50 bis 80 Prozent» eintreiben könne.

Anfang Dezember hatte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) eine Einigung mit Hochtief ausgehandelt. Laut dem Vertragsentwurf, der derzeit der Hamburger Bürgerschaft zur Begutachtung vorliegt, zahlt Hamburg zusätzlich 257 Millionen Euro. Dafür garantiert Hochtief die Fertigstellung des Konzerthauses zum «Globalpauschalfestpreis» von 575 Millionen Euro. Gleichzeitig verzichtet Hamburg auf alle Schadensersatzansprüche.

Die Kulturbehörde verwies darauf, «dass alle groben Schätzungen über die Kosten des Weiterbaus der Elbphilharmonie in Eigenregie und den Erfolg der Stadt vor Gericht mit sehr hoher Unsicherheit verbunden sind». «Hinzu kommt, dass die Stadt bei einem Weiterbau in Eigenregie alle zukünftigen Risiken und Kosten hätte selber tragen müssen. Eine gerichtliche Auseinandersetzung hätte sowohl aufgrund der Höhe der beiderseitigen Forderungen als auch der Komplexität wahrscheinlich Jahrzehnte gedauert», sagte Isermann.

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