Kultur
Museumsbunds-Präsident fordert neue Konzepte

Berlin/Leipzig (dpa) - Die deutschen Museen müssen sich nach Expertenmeinung neu erfinden, wenn sie eine Zukunftschance haben wollen.

Montag, 31.12.2012, 11:36 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 31.12.2012, 11:31 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 31.12.2012, 11:36 Uhr

Trotz hervorragenden Zuspruchs blicke er auch mit Sorge in die Zukunft, sagte der Präsident der deutschen Museumsbundes , Volker Rodekamp , der Nachrichtenagentur dpa. 2011 wurden mehr als 109 Millionen Besuche registriert. Aktuellere Zahlen gibt es noch nicht. Nach Angaben des Museumsbundes ist das der Rekord seit Beginn der Registrierung 1981. «Wir können von einem Museumsboom sprechen. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist ausgesprochen positiv», sagte Rodekamp und mahnte: «Der Erfolg darf uns nicht in Sicherheit wiegen.» Rodekamp leitet in Leipzig das Stadtgeschichtliche Museum.

Er habe Sorge, dass sich die junge Generation von den Museen abwenden könnte. Die Jugendlichen unter 15 Jahren hätten kein ausgeprägt historisches Weltbild. Auch durch das Nutzen moderner Medien lebten sie stärker gegenwartsbezogen. Nach Ansicht von Rodekamp müssen museale Inhalte deshalb verstärkt kind- und jugendgerecht aufgearbeitet werden. Schon jetzt gebe es zahlreiche museumspädagogische Angebote, um Schwellenängste abzubauen.

Die Museen nähmen zudem die neue Medienpraxis wahr und loteten aus, was für sie nutzbar sei. «Das alte Museum mit gläsernen Schaukästen zieht nicht mehr», sagte der Präsident. «Wir müssen spannend und attraktiv sein, wir müssen die Konkurrenz der professionellen Freizeitanbieter aushalten», sagte Rodekamp. «Wir müssen unverzichtbar sein.»

Er sprach sich erneut nach dem Beispiel von Großbritannien für freien Eintritt in die Museen aus. Sie würden dann häufiger besucht, könnten Orte der Begegnung in einem schönen Umfeld werden. Es gehe dabei nicht nur um den Bildungsanspruch, sondern auch um das Genießen der Atmosphäre. «Das ist in England ein sehr erfolgreiche Modell, das wünsche ich mir auch für Deutschland.» Nach Angaben von Rodekamp gibt es derzeit etwa 7200 Museen und museumsähnliche Einrichtungen in Deutschland. Der deutsche Museumsverband habe 2400 Mitglieder.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1375580?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F947961%2F
Nachrichten-Ticker