Kultur
Nachwuchsregisseurin Schmidt liebt Mystery und Horror

Venedig (dpa) - Die deutsche Nachwuchsregisseurin Alex Schmidt zeigt beim Filmfestival Venedig ihren Debütfilm «Du hast es versprochen». Der Horrorfilm läuft an diesem Freitag in einem Mitternacht-Screening. Es ist der einzige deutsche Film im offiziellen Programm. Er läuft außer Konkurrenz.

Donnerstag, 06.09.2012, 13:54 Uhr aktualisiert: 06.09.2012, 14:01 Uhr

Schmidt , 34, schrieb drei Jahre lang an dem Drehbuch und konnte schließlich bekannte Schauspieler wie Katharina Thalbach , Max Riemelt und Clemens Schick für das Werk gewinnen.

In den Hauptrollen sind Mina Tander und Laura de Boer zu sehen. Sie spielen zwei Freundinnen, die sich nach langer Zeit wiedertreffen und auf die Insel fahren, auf der sie als Kinder ihre Ferien verbracht haben. Dort passieren jedoch seltsame Dinge und sie müssen sich fragen, was damals wirklich passiert ist. «Ich bin wahnsinnig stolz darauf, mit meinem Debüt in Venedig zu laufen», sagte Schmidt im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Warum haben Sie sich für einen Horrorfilm bei Ihrem Debüt entschieden?

Schmidt: «Ich liebe dieses Genre. Mystery und Horror sind die Dinge, die ich mir im Kino selber häufig anschaue. Als ich dann mit meinen Teamkollegen wieder einmal einen Horrorfilm gesehen habe, haben wir danach gesagt: So etwas müssen wir unbedingt selber machen! Daraufhin habe ich ein Drehbuch für einen Kurzfilm geschrieben, den Yildiz Özcan von der Produktionsfirma Wüste Film Ost in die Hände bekommen und gesagt hat "Alex, daraus machen wir einen Langfilm".»

Meist werden Gruselfilme von männlichen Regisseuren gemacht. Bringen Sie als Frau vielleicht einen anderen Blick mit?

Schmidt: «Meine Erfahrung ist, dass unheimlich viele Frauen dieses Genre lieben. Mystery kombiniert mit etwas Horror gucken wahnsinnig viele Frauen. Für mich war es naheliegend, einen Film in dem Genre zu machen, in dem ich mich gut auskenne. Einen speziell weiblichen Blick oder weiblichen Ansatz sehe ich da aber nicht.»

Was genau mögen Sie an dem Genre?

Schmidt: «Ich liebe es, im Kino zu sitzen, einen Horrorfilm zu schauen und dieses Gruselgefühl zu haben. Ich finde es toll, wenn man Schiss hat, das ist für mich tolle Unterhaltung. Ich mag das Gefühl, Angst zu haben.»

Wie ist es Ihnen gelungen, Katharina Thalbach für eine Nebenrolle zu bekommen?

Schmidt: «Ich hatte große Ehrfurcht, sie zu fragen, ob sie in dem Film mitspielen würde. Sie war für mich schon immer jemand, mit der ich unbedingt einmal arbeiten wollte, schon sehr lange. Ich habe sie dann aber doch für diese Rolle kontaktiert. Sie war von dem Buch begeistert - und da war alles ganz einfach! Sie wollte mitmachen, und da war es auch egal, ob das mein erster Film oder mein hundertster war.»

Wie schwierig ist es, einen Debütfilm zu realisieren und finanziert zu bekommen?

Schmidt: «Da wir einen Genrefilm gemacht haben, war das gar nicht so einfach. Die Mischung Horrorfilm und dann auch noch Debütfilm, das ist in Deutschland ganz schwierig. Wir haben öfter gehört: "Das wird nicht klappen." Wir hatten dann aber riesiges Glück, dass wir immer mehr Leute gefunden haben, die das Genre auch lieben und das Projekt unbedingt realisieren wollten.»

Interview: Aliki Nassoufis, dpa

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