Kultur
Neumann: Baubeginn für Berliner Schloss schon im Mai

Berlin (dpa) - stop and go: Vor gut zwei Jahren legte das Kabinett den Wiederaufbau des Berliner Schlosses überraschend auf Eis. Jetzt soll es doch wieder schneller losgehen.

Dienstag, 01.01.2013, 13:18 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 01.01.2013, 13:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 01.01.2013, 13:18 Uhr

Trotz der Sparbeschlüsse der Bundesregierung soll der Wiederaufbau des Berliner Schlosses bereits in diesem Jahr offiziell beginnen. «Mit der Grundsteinlegung im Mai wollen wir uns noch einmal klar zu diesem historischen Projekt bekennen und dann auch wirklich mit dem Bau starten», kündigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa an.

Vor gut zwei Jahren hatte das Kabinett den ursprünglich schon für 2010 geplanten Baubeginn für das 590-Millionen-Euro-Projekt aus Spargründen auf 2014 verschoben. Wegen des ebenfalls am Schlossplatz laufenden Baus einer U-Bahn wurde mit Vorarbeiten aber bereits begonnen. Nun soll der «echte» Baubeginn in diesem Jahr sein. Das zu DDR-Zeiten gesprengte Schloss soll unter dem Namen Humboldt-Forum ein modernes Kunst- und Kulturzentrum werden.

Auch die inhaltlichen Vorbereitungen sind laut Neumann schon weit fortgeschritten. Die Arbeitsgemeinschaft Appelbaum/Malsyteufel erarbeitet mit den Dahlemer Museen bereits die Gestaltung der Ausstellungsbereiche. Im Januar wird zudem der Wettbewerb zur Gestaltung der Umgebung entschieden. Und mit der Grundsteinlegung im Mai erwartet Neumann auch die Vorlage des Konzepts für die inhaltliche Bespielung des Hauses.

«Wir haben den Termin bewusst ins Frühjahr gelegt, damit klar ist: Die Bundesregierung will das von einer großen Mehrheit des Deutschen Bundestags beschlossene Projekt noch in dieser Legislaturperiode endgültig auf den Weg bringen», sagte er. Im Herbst wird ein neues Parlament gewählt.

Nach dem Baubeginn erwartet der CDU-Politiker auch eine größere Spendenbereitschaft der Bürger. «Je deutlicher wird, dass das Schloss mit dem Humboldt-Forum entsteht, umso leichter wird es sein, Spenden einzuwerben», sagte er. Das hätten Erfahrungen mit der Dresdner Frauenkirche, aber auch mit anderen Projekten gezeigt.

Das Humboldt-Forum ist das größte kulturelle Bauprojekt dieses Jahrhunderts. Von den 590 Millionen Euro Gesamtkosten sollen 80 Millionen Euro für die historischen Fassaden durch Spenden hereinkommen. Bisher sind erst gut 22 Millionen Euro gesammelt. «Wir haben die realistische Hoffnung, dass der Baubeginn ein motivierendes Signal für die Spendenbereitschaft ist», sagte Neumann.

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