Kultur
Punktsieg für Rehberger im Plagiatsstreit

Berlin (dpa) - Der deutsche Bildhauer Tobias Rehberger hat im Plagiatsstreit mit der britischen Op-Art-Künstlerin Bridget Riley einen Punktsieg errungen.

Dienstag, 14.05.2013, 18:06 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 14.05.2013, 18:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 14.05.2013, 18:06 Uhr

Das Landgericht Berlin lehnte es nach Angaben eines Sprechers am Dienstag ab, ein Werk Rehbergers per Einstweiliger Verfügung aus der Berliner Staatsbibliothek entfernen zu lassen. Die 82-jährige Riley hatte dem Prorektor der Frankfurter Städelschule vorgeworfen, seine Installation in der Staatsbibliothek sei eine unzulässige Bearbeitung ihres Werkes «Movement of Squares» von 1961.

Ob es noch zu einer Entscheidung in der Hauptsache kommt, blieb zunächst offen. Rileys Anwalt wollte sich nicht zum weiteren Vorgehen äußern. Das Bild ist wegen des Rechtsstreits verhängt und darf nicht fotografiert werden. Es gehört zu einer vierteiligen Werkgruppe, die Rehberger (46) derzeit für die neuen Lesesäle der Staatsbibliothek schafft.

Rileys Bild ist 122 mal 122 Zentimeter groß. In einem für die Op-Art typischen geometrischen Muster zeigt es ein schwarz-weißes Schachbrett, das in der Mitte durch eine engere Linienführung scheinbar zusammenfließt. Nach einem ähnlichen Modell arbeitet auch Rehberger - allerdings ist seine wandfüllende Installation rechteckig, 25 Quadratmeter groß und 20 Zentimeter tief.

Rileys Anwalt Ulrich Worm sagte in der mündlichen Verhandlung, trotz des unterschiedlichen Formats sei die Linienführung identisch. Er zitierte seine Mandantin mit den Worten: «Das Monstrum muss da weg.» Die Anwälte der Gegenseite erklärten, Rehberger habe Rileys Bild gar nicht gekannt, die Idee eines Schachbrettmusters sei zur allgemeinen Verwendung frei.

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