Kultur
Sitcom mit Sascha Hehn: «Lerchenberg» auf DVD

Berlin (dpa) - Als Herzensbrecher mit spitzbübischem Lächeln und als Schwiegermutter-Liebling wusste Sascha Hehn seine zahlreichen - vornehmlich weiblichen - Fans über lange Jahre hinweg zu begeistern. Die «Schwarzwaldklinik» und das «Traumschiff» waren sein Zuhause.

Mittwoch, 08.05.2013, 11:12 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.05.2013, 11:05 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 08.05.2013, 11:12 Uhr

Sascha Hehn kann aber auch ein ziemliches Ekel spielen. In der TV-Serie « Lerchenberg » braucht er nicht einmal zehn Minuten, um in der ersten Folge der Mediensatire durch seine Arroganz und Überheblichkeit alle gegen sich aufzubringen. Den Stinkstiefel gibt Hehn mit ziemlich großer Überzeugungskraft. Jetzt sind die ersten vier Folgen, in denen sich das ZDF und der Schauspieler selbst auf die Schippe nehmen, auf DVD erschienen.

Und darum geht es: Die ZDF-Redakteurin Billie ( Eva Löbau ) soll Sascha Hehn zu einem Comeback verhelfen. Dafür muss Hehn etwa mit seinem deutlich jüngeren Kollegen Wayne Carpendale um eine Rolle in «Ein Fall für Zwei» buhlen. Der Schauspieler allerdings macht es der engagierten Redakteurin nicht sonderlich leicht. Schließlich hält Hehn sich für nicht weniger als den wohl bedeutendsten Schauspieler der Bundesrepublik. Außerdem hat er einen ziemlich schlechten Stand beim ZDF, weil er zu «Schwarzwaldklinik»-Zeiten mit der Freundin und der Mutter eines heutigen Redaktionsleiters im Bett war.

Hehn spielt sich zwar selbst, allerdings eher nur dem Namen nach. Privat sei er längst nicht so unsympathisch, betont er. «Du spielst einen Sascha Hehn, der du eigentlich nicht bist und es wird schwer, nachher alle zu überzeugen, dass es nicht so war.» Für den Frauenschwarm von früher ist «Lerchenberg» der erste Schritt zurück in die große Fernseh-Öffentlichkeit. Nach Dauerpräsenz in «Schwarzwaldklinik» und « Traumschiff » war er in der jüngsten Vergangenheit eher selten zu Gast auf den Fernsehbildschirmen. Vielleicht eine Fernseh-Romanze im Jahr reichten dem Schauspieler, der heute zurückgezogen in Bayern auf dem Land lebt.

Doch nicht nur Hehn spielt sich selbst, das ZDF auch. Schauplatz und Drehort ist die Senderzentrale auf dem Lerchenberg in Mainz. Das Ziel: Eine satirische Auseinandersetzung mit dem Geschehen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

«Ich habe gedacht, die wollen mich verarschen», sagt Hehn über den Moment, als ihm die Rolle angeboten wurde. Dann aber habe ihn die Idee überzeugt. «Wenn man mutig genug ist, sich selbst zu verarschen, dann ist das eine große Herausforderung.» Und davon gebe es im Fernsehen heute schließlich nicht mehr viele. «Wo kriegt man so etwas überhaupt angeboten?»

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