Kultur
Thüringen bekommt Staatsballett

Gera (dpa) - Im Ringen um die künftige Theaterfinanzierung drohte dem Geraer Ballett in diesem Jahr zeitweise das Aus. Umso größer wiegt die Freude, dass das Ensemble bei einer Gala am 1. Januar nun in den Rang eines Staatsballetts erhoben wird.

Sonntag, 30.12.2012, 15:48 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 30.12.2012, 15:41 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 30.12.2012, 15:48 Uhr

«Das ist für uns eine riesige Auszeichnung, zumal es nur sehr wenige Staatsballette in Deutschland gibt», sagte Ballettdirektorin Silvana Schröder (43) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Unser Ziel ist es jetzt, mehr Freiräume zu gewinnen, um stärker nach außen zu strahlen.» Neben den Verpflichtungen am Theater Altenburg-Gera sollen Koproduktionen mit anderen Häusern sowie Gastspiele andernorts ins Auge gefasst werden. Die Planungen dazu stünden aber erst am Anfang.

Der Titel «Thüringer Staatsballett» sei für sie eine große Verantwortung, erklärte Schröder. Damit stünde die Compagnie in der selben Kategorie wie Tanzensembles großer Häuser etwa in Berlin und München. «Wir nehmen diese Herausforderung wahnsinnig gern an. Wir haben hier großartige und leistungsstarke Tänzer.»

Andere Staatsballette verfügten allerdings über 60 bis 80 oder gar 100 Tänzer und hätten damit ganz andere Möglichkeiten als die Geraer Truppe mit 22 Tänzern. Große klassische Ballette wie «Schwanensee» oder «Dornröschen» im Original aufzuführen sei damit nicht möglich ebenso wie eine Doppelbesetzung von Rollen. «Wir haben keinen Puffer etwa bei Verletzungen.» Der Spielraum für das Ballett sei deshalb beschränkt, zumal die Truppe am Theater Altenburg-Gera weiterhin neben den eigenen Ballettabenden auch in Musicals und Operetten mitwirkt. Schröder befürchtet daher, dass die Belastung für die Tänzer insgesamt steigen werde und gewünschte Gastspieltätigkeiten somit schwer umsetzbar sind.

Bei der ausverkauften Gala am Neujahrstag in Gera werden die Tänzer Szenen aus klassischen Stücken wie «Dornröschen», dem «Nussknacker» und «Schwanensee» präsentieren, aber auch Ausschnitte aus dem laufenden Repertoire. Das Programm ist am 17. Januar noch einmal in Altenburg zu sehen. Neben dem Ballettabend «27», in dem sich das Ensemble berühmten Musik-Idolen wie Jimi Hendrix, Kurt Cobain und Amy Winehouse widmet, die im Alter von 27 Jahren starben, ist in dieser Spielzeit eine weitere Uraufführung geplant. Mit «Schwarzer Schwan» wolle sie Peter Tschaikowskys «Schwanensee» aus der Sicht des schwarzen Schwans erzählen, erläuterte Schröder. Die Premiere ist für den 1. Juni geplant.

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